Auf der Probebühne

Shakespeare «Hamlet» im Staatstheater Meiningen

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In Turnschuhen und weißem Kleid sitzt sie mit ihrem Vater am langen Tisch und gibt freche Widerworte. Pauline Gloger nimmt ihre Ophelia am Staatstheater Meiningen sehr frisch. Mit ihrem Schatz Hamlet (Yannick Fischer) sitzt sie in der Schauspielerszene wild flirtend und händchenhaltend als imaginierte letzte Reihe am Bühnenrand. Das ist der wahre Hingucker dieses Theaters auf dem Theater und nicht die Blick-Beziehungen zwischen dem neuen Königspaar und der Schauspieltruppe.

Mit großer Präsenz agiert auch Gunnar Blume als Polonius und später als Totengräber, der dem rasant abspulenden zweiten Teil noch einen pointierten Höhepunkt verleihen wird.

Regisseur Andreas Kriegenburg hat diesen «Hamlet», seine erste Arbeit am Staatstheater Meiningen, offenbar von den Rändern her entwickelt. Je bedeutender, desto kleiner, während die Details umso größer ausgestellt werden. Sein Szenario – er hat auch das Bühnenbild entworfen – ist eine Probebühne auf der Hauptbühne. Ein großer dunkler Raum mit Patina. Hinten stehen zwei Kleiderstangen, von denen sich die Schauspielenden während der ersten Hälfte bedienen und nach und nach in Schale und weißgeschminkte Maske werfen. In der Rückwand kreiselt ...

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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Torben Ibs

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