Bank oder Theater?
So viel sie in der öffentlichen Diskussion gescholten und gegeißelt werden, so beliebt sind sie seit Jahren als Sujet in Literatur, Film sowie auf den sich nach wie vor als gesellschaftskritisches Korrektiv verstehenden deutschsprachigen Bühnen: die Banken und ihr Personal als moralisch bestenfalls zweifelhafte Agenten eines entfesselten Kapitalismus, der sich aller Krisen und Protestbewegungen zum Trotz seit den 90er Jahren unangefochten behauptet.
Auch der aus Graz stammende, 1980 geborene Autor Johannes Schrettle, der in den letzten Jahren vornehmlich in der Freien Szene arbeitete, bedient sich dieses verbreiteten Sujets – und widersteht ihm zugleich. Er entwirft in «Die Kunden werden unruhig» einen im Bankenmilieu angesiedelten, kriminalspielartigen Plot, der nicht frei ist von parodistischen Zügen: Ein mittelständisches Geldhaus mit den üblichen Angestellten hat die üblichen Probleme und engagiert eine in solchen Fällen ebenfalls übliche Personalberaterin zu einer in vielen anderen Bereichen längst nicht mehr üblichen Gage.
Ein zweitägiges Coaching in einem abgelegenen Tagungshotel soll zur Optimierung der firmeninternen Kommunikationsstrukturen und der Lösung von ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 181
von Hilko Eilts
Begin the Beguine» ist kein neues Stück. John Cassavetes’ letzte Fassung stammt aus dem Herbst 1987. Knapp eineinhalb Jahre später starb der konsequente Künstler und Erneuerer des amerikanischen Kinos. Diesen Dreiakter hatte er Ben Gazzara und Peter Falk auf den Leib geschrieben, beide Lebensschauspieler für Cassavetes. Es kam zu
gemeinsamen Lesungen, Proben, die...
Dass Giorgio Agamben oder Walter Benjamin sich je über eine Kritik der Gewalt oder das Wesen des Politischen in ihrem speziellen Verhältnis zur Butter ausgelassen hätten, diesem Gedanken würde man nicht eine Sekunde Lebenszeit schenken. Doch der Autor Ferdinand Schmalz behauptet genau das. Ganz ohne Berührungsangst stellt er seinem Text zwei Zitate dieser Denker...
Seit mindestens 20 Jahren werden die Zuschüsse der Theater seitens der Kommunen gekürzt. Die beiden zentralen Folterinstrumente sind fehlender oder mangelhafter Ausgleich von Tariferhöhungen und fehlender Inflationsausgleich. Für die Träger haben diese Maßnahmen den Charme, dass sie oft unterhalb der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle bleiben. Hinzu kommt die...
