Ewe Benbenek: Tragödienbastard
Stimmen
A
B
C
B Also. Jetzt. Anfangen.
C Anfangen, oder?
A Puhhhh,
aiaiaiaiai,
B Okay...
Los, los jetzt.
A Warum muss das so schwer sein?
Warum muss das immer wieder so schwer sein?
Warum muss sich das immer wieder so schwer anfühlen?
C Ist doch einfach jetzt.
Ist doch jetzt der Raum da, hier wurde doch der Raum gegeben. Jetzt sind auch schon die Lichter an, verdammt.
B Also los!
los jetzt! Es muss doch hier jetzt losgehen.
A Warum kann es sich nicht leicht anfühlen?
Warum kann es sich, verdammt nochmal, nicht leicht anfühlen, es zu sprechen, es auszusprechen, das Wort, das erste Wort. Das erste Wort, das Gewicht hat, das eine Rolle spielt, diese Worte, um die es hier doch gehen soll.
C Oh Gott, was?
Ja, was, wenn es nicht kommt?
Was, wenn es wieder und wieder nicht kommt?
Das Wort.
A Das erste Wort ist das Wichtigste, oder? Ist doch so.
B Was, wenn es nicht durchkommt, das Wort, was wenn das erste Wort schon nicht durchkommt,
C Ja, wenn das erste Wort schon so gar nicht einschlägt,
B dann hast du doch eh schon verloren, oder?
A Ja, aber wie? Wie kann es kommen? Wie kann das Erste von einer kommen, die als Letzte gekommen ist? Wie kann es von einer kommen, nach der keine mehr ...
EWE BENBENEK, geboren 1985 in Kammiena Góra und aufgewachsen in Niedersachsen, ist Dramatikerin und Literaturwissenschaftlerin. Nach dem Studium der Literatur-, Kultur- und Politikwissenschaften war sie u.a. am Institut für Neuere deutsche Literatur/Theaterforschung der Universität Hamburg beschäftigt. 2019 wurde sie für den Retzhofer Dramapreis nominiert; 2020 kam ihr Debütstück «Tragödienbastard» am Wiener Schauspielhaus zur Uraufführung.
2021 gewann sie den Mülheimer Dramatikpreis.
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Theater heute Oktober 2021
Rubrik: Das Stück, Seite 100
von Ewe Benbenek
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
«Alles muss sich ändern, damit alles bleibt, wie es ist», wusste schon Giuseppe Lampedusa in seinem Roman «Der Leopard». Der Theaterverlag – Friedrich Berlin hat seit vier Wochen einen neuen Eigentümer, den Deutschen Fachverlag in Frankfurt und mich, Torsten Kutschke, als geschäftsführenden Gesellschafter. Die ersten Begegnungen waren...
AALEN, THEATER DER STADT
2. nach Shelley, Frankenstein
R. Jonathan Giele und Marco Kreuzer
ALTENBURG/GERA, THEATER
2. nach Brussig, Helden wie wir
R. Manuel Kressin
5. nach Schami, Der Wunderkasten
R. Maria Preschel
8. nach Tschechow, Der Heiratsantrag und Das Jubiläum
R. Jan Jochymski
ANNABERG, EDUARD-VON-WINTERSTEIN-THEATER
4. Reffert, Ronny von Welt
R. Annelen...
Fortschritte in der Auffassung der «Dreigroschenoper» kann man wohl nur noch im Detail beobachten. Da wäre die Geschichte des «Hoppla!» («Und wenn dann der Kopf rollt» oder «fällt», je nach Fassung, «dann sag ich: Hoppla!» aus dem Lied der «Seeräuber-Jenny»): Das ganze «Und wenn dann …» im Rezitativ lassen und erst für «Hoppla!» von Singstimme auf Sprechstimme...
