Essenz der Seelenlage
Sechzig Jahre Bundesrepublik und zwanzig Jahre Mauerfall nimmt das Londoner Royal Court Theatre zum Anlass für einen Blick auf Deutschland und seine aktuelle dramatische Lage. In seiner «Off The Wall»- Minispielzeit zeigt es die Uraufführung von Mark Ravenhills Stück «Over There», das den Nachwirkungen der deutschen Teilung nachgeht, und die britische Erstaufführung von Marius von Mayenburgs «Der Stein», beide inszeniert von Royal Court Associate Ramin Gray und ausgestattet von Johannes Schütz.
Um dieses bilaterale Doppelpack herum bekommt der interessierte Londoner in fünf szenischen Lesungen eine Auswahl relativ frischer deutscher Stücke serviert: Dea Lohers «Das letzte Feuer», Anja Hillings «Schwarzes Tier Traurigkeit», Christoph Nussbaumeders «Mit dem Gurkenflieger in die Südsee», Philipp Löhles «Die Unsicherheit der Sachlage» und David Gieselmanns «Die Tauben».
Ramin Gray, der letztes Jahr Mayenburgs «Der Hässliche» mit einer guten Portion knochentrockenen britischen Humors und minimalem szenischen Aufwand zu einem Londoner Kritiker- und Publikumshit machte, setzt auch bei «Der Stein» auf «keep it simple».
Das Inventar im weißen Kastenbühnenbild beschränkt sich auf drei ...
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Peter Kastenmüller Da ist so ’ne Rubrik in «Theater heute» ... wenn man Prügel bekommen hat, melden die sich und sagen, hätten Sie mal Lust …
Ulrich Peltzer Du sollst was zu der Inszenierung von «Schwarz Gold Rot» sagen?
KastenmüllerMach ich natürlich nicht, aber ich hab gedacht, ich ruf mal an und red mit dir über Kritik.
Peltzer Klar.
Kastenmüller Liest du Kritiken?
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Zwei Männer auf Segeltörn, auf dem trunkenen Schiff: Der Eine und Der Andere. Wir vermuten, dass das nur zwei Namen sind für ein- und denselben, nämlich den Autor. Jon Fosse schreibt hier sein poetologisches Programm als Stück auf. Könnte man sagen. Ziemlich kurze Pause. Vielleicht auch nicht. Pause. Oder doch. Kurze Pause.
Nach diesem Abend fühlt man sich gleich...
