Erika Ode ermittelt

Fräulein Mutter Fahnderin: Eva Mattes als Konstanzer «Tatort»-Kommissarin

Theater heute - Logo

 Im großen Pulk der deutschen Fernsehkommissarinnen ist Eva Mattes als Klara Blum von der Kripo Konschtanz von allem weniger: weniger matronenhaft als Hannelore Hoger alias Bella Block, weniger Nachtfalter-flatterhaft als Hannelore Elsner alias Lea Sommer, weniger rundum überkandidelt als Corinna Harfouch alias Eva Blond und weniger postoperativ maskenhaft als Iris Berben alias Rosa Roth. 

Sie gibt ein verlässliches Fräulein Mutter Erde, nicht überwältigend, aber beständig. Das meiste ist ihr eh wurscht, auch ihr eigener Geburtstag.

Sexualität spielt sich vor ihr ab, nicht in ihr, im Geturtel ihrer metrosexuellen jungen Kollegen, die sich um jene Pfunde sorgen, zu denen sie längst steht. Sie ist übern Berg und hat nun Zeit, freundlich liebe Penner zu umsorgen, die ihr Zeugenaussagen apportieren wie wuschelige Hunde. Der Kommissarin mütterliches Herz ist groß, und im Konstanzer Mörder und Großbetrüger, der sich ihr aalglatt entwinden will, erkennt sie sofort ein Kind, zu dessen Erziehung sie berechtigt ist. Sie entlarvt ihn im Spiel, obwohl die großen Männer der Stadt ihn schützen. Das schreckt sie nicht, weil neben ihr alle Männer kleine Jungen werden. Klara Blum locht ein und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2005
Rubrik: Medien/TV, Seite 64
von Robin Detje

Vergriffen
Weitere Beiträge
Die Banalität des staatstragenden Bösen

Idealer und stimmiger kann der äußere Rahmen für dieses Stück kaum sein: In Ingolstadt spielt man Martin McDonaghs «Kissenmann» auf der Werkstattbühne im Keller – ein betongrauer, hermetischer Raum mit bedrängend niedriger Deckenhöhe, kalt und fensterlos, unauffindbar. Da dringt kein Wort, kein Schrei nach draußen; das einzige verlässliche und zeitverstreichende...

Krankheit mit Kalkül

Eine spielt hübsch versonnen auf ihrem Xylophon, eine andere hat sich Klamotten in die Klamotten gestopft und hüpft wie ein verbeulter Teddybär über die Bühne. Einer im Anzug bekommt einen leichten epileptischen Anfall. Jemand versucht, einen Mohrenkopf in den Mund zu bugsieren, trifft aber die Stirn. Ein Panoptikum geistig Behinderter, Autisten, Spastiker. Doch...

Das Beispiel des Gerechten

Er ist angekommen. Das lange Theater-Leben des Peter Palitzsch endete, von wo es ausging. Sein Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof an der Chausseestraße, Berlin Mitte, liegt einige Dutzend Meter entfernt von dem Findling mit dem Namen Bertolt Brecht. Dazwischen das Grab Hegels, dessen idealistische, auf Synthese zielende Dialektik Brecht – und Palitzsch –...