Endlich!

Nach 14 Jahren wird das Deutsche Theater Berlin unter Ulrich Khuon Theater des Jahres Von Eva Behrendt

Theater heute - Logo

Eine Einladung, in Erinnerungen zu schwelgen», verspricht die spiralgebundene Drei-Kilo-Chronik «Kampf ums Paradies», die sich das Deutsche Theater zum Ende der Ära Khuon geschenkt hat. Tatsächlich sind hier nicht nur die 384 Premieren verzeichnet, die die Riesenmaschine Deutsches Theater in 14 Spielzeiten – das sind im Schnitt 27,5 Premieren pro Saison – unermüdlich ausgespuckt hat.

Auch zahlreiche Künstler:innen und Mitarbeitende schildern darin in liebevollen Notizen erste und letzte Eindrücke, Lieblingsorte in und ums Haus herum, durchleben Glücksmomente noch einmal schriftlich und fragen sich, was vom Theater bleibt. Erstaunlich häufig ist dabei von Ulrich Khuons Intendantenzimmer die Rede, in dem, so will es ein eventuell leicht verklärender Rückblick, auch «nachts immer das Licht brannte», in dem aber auch unglaublich viel kommuniziert wurde bei Gagenverhandlungen und Meinungsverschiedenheiten, Einzelgesprächen und Interviews, zuletzt vor allem mit Journalist:innen und Kritiker:innen.

Eigentlich müsste der 72-Jährige schon ganz leer geredet sein, als wir uns mitten im Spielzeitshowdown mit seinen 39 Dernièren, darunter Ensemble- und Publikumslieblinge wie Stephan Kimmigs ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Höhepunkte der Spielzeit, Seite 88
von Eva Behrendt

Weitere Beiträge
«Praktisch undurchführbar»

Was für ein wirklich eigenartiger Beruf ist das überhaupt: Theaterleitung? Er steckt voller kaum aufzulösender Widersprüche und ist mit einer Reihe von Zuschreibungen belastet: sehr hohen bis überhöhten Erwartungen, aber auch harter Kritik bis hin zu direkter Ablehnung. Natürlich sind Theaterleitungsprobleme nicht abgekoppelt von der Art des Betriebs und dessen...

Terror im System

Am Rad morgens an der Ampel, eng im Pulk der Wartenden, der Fußgänger, neben einer Frau, die ruhig und breit, und komplett a-rezeptiv da steht, nichts von dem bemerkt, was um sie herum vorgeht, denn natürlich hat sie ihre Welt abpanzernden Privatsendungsstöpsel im Ohr, hört nichts, merkt nichts, ist als Taube von sich selbst beschallt, ganz allein in ihrem...

Back to the boots

Ich verzichte auf: Unnötige Autofahrten – außer Eishockeytaschen und Eishockeyspieler müssen transportiert werden, scheint das sehr gut aufzugehen. Manchmal wäre es hilfreich, wenn die Bahn nicht so willkürlich geworden wäre, dass man manchmal einfach in Darmstadt oder Basel Bad so mir nichts dir nichts nachts gestrandet wäre … «Nein, also das nächste Mal fahre ich...