Geiles Theater
Auf dem Weg vom Bahnhof zum Schauspielhaus durchquert die Besucherin eine der uncharmantesten Ecken Magdeburgs. In den Neunziger Jahren wurden zwischen Willy-Brandt-Platz und Otto-von-Guericke-Straße mehrere Mehrzweck- und Verwaltungsgebäude errichtet, eine Betonhölle, deren Tristesse ein paar überdimensionale, in mutigem Knallblau gestrichene Blumentöpfe für potenzielles Stadtgrün eher noch unterstreichen.
Und doch findet sich hier, um die Ecke der vollversiegelten Straße «Am alten Theater», noch ein weiterer Hinweis auf Magdeburgs einstigen Bühnenglanz: Ein Mural zeigt das alte Stadttheater, erbaut kurz nach der Reichsgründung in den 1870er Jahren, zerstört Anfang 1945 wie der Großteil des heftig bombardierten Industriestandortes, gesprengt 1958 und ersetzt durch eine Grünanlage, bis Investoren hier nach der Wende schnell Immobilien hochzogen.
So ganz scheint sich die Sachsen-Anhaltinische Landeshauptstadt vom Verlust ihres Stadttheaters nicht erholt zu haben. Das Haus in der Otto-von-Guericke-Straße, das seither das Schauspielensemble des Vierspartenhauses Theater Magdeburg beherbergt, ist eigentlich ein Langzeitprovisorium. Die verbaute einstige Stadtvilla eines Magdeburger ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Höhepunkte der Spielzeit, Seite 18
von Eva Behrendt
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