Elefantengroße Liebe
Schwer zu sagen, was einem hier gezeigt wird: Ist es die Dramatisierung der Tagebücher und Briefe zweier Menschen? Und wo fangen der «Mann» und die «Frau» überhaupt an, wenn Herbert Achternbusch und seine langjährige Lebensgefährtin und Lieblingsschauspielerin, die im Jahre 2005 gestorbene Annamirl Bierbichler, doch so offensichtlich hinter diesen Figuren hervortreten, dass sie sich sogar mit Vornamen anreden?
Der Text «Einklang» des Gesamtkünstlers Achternbusch wirkt im ersten Moment so persönlich, dass man meint, als ungebetener Zaungast Worten zu lauschen, die kaum
für fremde Ohren bestimmt sind. Doch das unverhohlen Autobiografische vermischt sich in den siebzehn unchronologischen Momentaufnahmen mit einer allgemeinen schicksalhaften Dimension, denn der Tod ist der Ort, von dem aus die Erinnerung zur Sprache kommt. In dieser posthumen Verarbeitung der gemeinsamen Zeit gewinnt die Verklärung kaum die Oberhand, zu sehr zeugen die Dialoge nicht nur von der Größe einer Liebe, sondern auch vom Aneinandervorbeigehen, von Einsamkeit und Abhängigkeit und entbehren nichts an absurder, aber auch inniger Tragik. Die detaillierte Rekonstruktionsbesessenheit einzelner Liebesmomente oder ...
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