Einfach gut ausschauen
Ein Mann kommt auf die Bühne, setzt sich hinter das bereitgestellte Piano, greift zur E-Gitarre und zupft ein paar perlende Moll-Akkorde. Ein anderer schleppt einen Eimer Farbe herbei, zückt die Malerrolle und streicht schüchterne Linien in Schwimmbadblau auf die Leinwand. Weitere Leute, hübsch exzentrisch gekleidet, verteilen sich im Raum und fangen zu tanzen an: Kraulbewegungen, Beinschlag, ein Wippen wie vor dem Sprung in einen imaginären Pool.
Irgendwo steht eine Kamera, die das Geschehen aufzeichnet, gleich wieder auf einen Screen wirft und geschickt mit Farbfiltern, Überblendungen oder Overheadprojektionen verfremdet.
Fucking schick sieht sie aus, die paradiesisch materialreiche Factory-Versuchsküche, die Matthias Hartmann für die deutsche Erstaufführung von Mark Ravenhills «pool (no water)» entworfen hat. Alles, was man rein technisch zum Kunstmachen und Künstlersein braucht, steht bereit. Die Plottmaschine hinten an der Wand, die durchgesessene graue Sofagruppe im Zentrum, das irgendwie medizinisch aussehende Stehpult, auf dem später ein küchenfertiges Huhn operiert und auf der Leinwand mit Catrin Striebeck gekreuzt wird, die Kreativ-Stationen mit Musikinstrumenten, ...
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