Einfach gut ausschauen
Ein Mann kommt auf die Bühne, setzt sich hinter das bereitgestellte Piano, greift zur E-Gitarre und zupft ein paar perlende Moll-Akkorde. Ein anderer schleppt einen Eimer Farbe herbei, zückt die Malerrolle und streicht schüchterne Linien in Schwimmbadblau auf die Leinwand. Weitere Leute, hübsch exzentrisch gekleidet, verteilen sich im Raum und fangen zu tanzen an: Kraulbewegungen, Beinschlag, ein Wippen wie vor dem Sprung in einen imaginären Pool.
Irgendwo steht eine Kamera, die das Geschehen aufzeichnet, gleich wieder auf einen Screen wirft und geschickt mit Farbfiltern, Überblendungen oder Overheadprojektionen verfremdet.
Fucking schick sieht sie aus, die paradiesisch materialreiche Factory-Versuchsküche, die Matthias Hartmann für die deutsche Erstaufführung von Mark Ravenhills «pool (no water)» entworfen hat. Alles, was man rein technisch zum Kunstmachen und Künstlersein braucht, steht bereit. Die Plottmaschine hinten an der Wand, die durchgesessene graue Sofagruppe im Zentrum, das irgendwie medizinisch aussehende Stehpult, auf dem später ein küchenfertiges Huhn operiert und auf der Leinwand mit Catrin Striebeck gekreuzt wird, die Kreativ-Stationen mit Musikinstrumenten, ...
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Laut Szenenanweisung spielt das Stück in «Marlboro Country an der Grenze des Erträglichen», in diesem Fall also irgendwo in der österreichischen Prärie. Und zwar so weit weg vom Schuss, dass der Postbote (Dominik Warta) sich nur einmal die Woche hierher verirrt. Ezra (Dominik Maringer) betreibt hier eine Kneipe, Golsch (Jan Thümer) und Der Pinguin (Franz Josef...
Hey, Professor, übernimm dich nicht, rief sie mir zuletzt am Telefon zu, ich brauch dich doch, und dann kicherte sie wie ein Backfisch, wie sie es so gerne tat; albern nannte sie mich Higgins und sich Eliza, als ob irgendjemand ihr noch irgendetwas hätte beibringen können. Wie immer dann rheinische Abschiedsgrüße: Mach et joot!
Nun also hat sie sich selber...
Die gute alte Ost-Platte hat in letzter Zeit viel üble Nachrede, Leerstand und Totalabriss erdulden müssen, da kommt etwas Trost zur rechten Zeit. Der genialische Jungarchitekt Holm zieht freiwillig in eins der dünnwandigen Fertigbaumodule und gewinnt der mangelnden Geräuschdämmung ungeahnte zwischenmenschliche Qualitäten ab: «Muss man sich halt mal anstrengen,...
