Einfach gut ausschauen
Ein Mann kommt auf die Bühne, setzt sich hinter das bereitgestellte Piano, greift zur E-Gitarre und zupft ein paar perlende Moll-Akkorde. Ein anderer schleppt einen Eimer Farbe herbei, zückt die Malerrolle und streicht schüchterne Linien in Schwimmbadblau auf die Leinwand. Weitere Leute, hübsch exzentrisch gekleidet, verteilen sich im Raum und fangen zu tanzen an: Kraulbewegungen, Beinschlag, ein Wippen wie vor dem Sprung in einen imaginären Pool.
Irgendwo steht eine Kamera, die das Geschehen aufzeichnet, gleich wieder auf einen Screen wirft und geschickt mit Farbfiltern, Überblendungen oder Overheadprojektionen verfremdet.
Fucking schick sieht sie aus, die paradiesisch materialreiche Factory-Versuchsküche, die Matthias Hartmann für die deutsche Erstaufführung von Mark Ravenhills «pool (no water)» entworfen hat. Alles, was man rein technisch zum Kunstmachen und Künstlersein braucht, steht bereit. Die Plottmaschine hinten an der Wand, die durchgesessene graue Sofagruppe im Zentrum, das irgendwie medizinisch aussehende Stehpult, auf dem später ein küchenfertiges Huhn operiert und auf der Leinwand mit Catrin Striebeck gekreuzt wird, die Kreativ-Stationen mit Musikinstrumenten, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Hey, Professor, übernimm dich nicht, rief sie mir zuletzt am Telefon zu, ich brauch dich doch, und dann kicherte sie wie ein Backfisch, wie sie es so gerne tat; albern nannte sie mich Higgins und sich Eliza, als ob irgendjemand ihr noch irgendetwas hätte beibringen können. Wie immer dann rheinische Abschiedsgrüße: Mach et joot!
Nun also hat sie sich selber...
Bevor Miles Davis noch einmal zur Trompete greifen darf, endet Alfred Anderschs Hörspielmontage «Der Tod des James Dean» mit markigen Worten: «Verstummen muss das Gequatsche von der Schönheit» – ein verkappter Imperativ der Beatgeneration, die sich noch ein letztes Mal vor ihrem Idol verbeugt: «Alles was er gesagt hat, war rauh. Einfach rauh.» 1959, als man rauh...
Patricia Benecke«pool (no water)» kam gerade in Zürich zur deutschsprachigen Erstaufführung. Uraufgeführt wurde es aber von der britischen Theatertruppe Frantic Assembly. Wie kam es zu dem Stück?
Mark RavenhillEs war eine Auftragsarbeit für Frantic Assembly. Wir haben uns über die Jahre kennengelernt und fingen irgendwann an, über ein gemeinsames Projekt zu...
