Eine Frage der Persönlichkeit
Bevor es losgeht, muss ich kurz erklären: Normalerweise halten wir uns in unserer Redaktion an die Regel, dass keine älteren männlichen Kritiker über 20 bis 30 Jahre jüngere Schauspielerinnen schreiben. Paternalistisch wäre das ohnehin, da gibt es kein Entkommen, aber auch die Gefahr, in die Untiefen blümeranterer Anbetungsmetaphorik zu stolpern, ist einfach sehr groß. Kurz: Wir machen nur in besonderen Fällen Ausnahmen, die man jeweils besonders gut begründen muss, und das werde ich jetzt versuchen.
Denn erstens bin ich vom Freundeskreis des Schauspiels Bochum angesprochen worden, hier vorzutragen, zweitens ist Gina Haller wirklich eine Ausnahme wert.
Wer über Gina Haller redet, muss über Ophelia reden beziehungsweise von der Ophelia, die sie nicht gespielt hat. Die berühmteste Wasserleiche der Weltliteratur ist schon von vielen großen Schauspielerinnen zu retten versucht worden, aber das Risiko, dabei selbst im feuchten Grund weiblicher Klischees zu versinken, hat sich oft genug gerächt. Die junge Frau, die ihren Geliebten nicht mehr versteht und dann aus Enttäuschung ins sprichwörtliche Wasser geht, wie das Stück in aller Regel verstanden wird, klingt mehr nach Rosamunde ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute 12 2022
Rubrik: Akteure, Seite 34
von Franz Wille
Da ist zunächst einmal der Name: Hauser. Natürlich verweist der auf das Nürnberger Findelkind Kaspar. Aber im Gegensatz zu diesem, der des Sprechens nicht mächtig war, brabbelt dieser Typ gleichen Nachnamens permanent vor sich hin. David Hauser führt in Steffen Menschings neuem Roman Selbstgespräche – notgedrungen, denn er ist mutterseelenallein, ausgesetzt wie...
Wir müssen unbedingt damit aufhören, Technologie als einen neutralen Raum zu sehen», mahnt Marek Tuszynski, Gründungsmitglied der Berliner NGO Tactical Tech, im Vorab-Gespräch mit der Berliner Art Week. «Technologie ist absolut untrennbar mit dem Politischen verbunden.»
Gemeinsam mit dem HAU Hebbel am Ufer eröffnete die Plattform, die seit 2013 den...
Wir gehen volles Risiko / Heute Nacht wird riesengroß», was da zu Beginn ironisch durch das Burgtheater dröhnt, klingt zwar schwer nach Schlagerkönigin Helene Fischer, ist aber von der Schweizer Konkurrenz Beatrice Egli. Der Song beweist: Man singt zwar gern von Wagnis, setzt aber trotzdem lieber auf bewährte Erfolgsmuster. Ein passender Einstieg für eine...
