Regiearbeit
Die Legende erzählt, dass die ersten Dramaturgen ihre Büros in vergessenen Dachzimmern hatten. Wenn jemand im Theater mal eine Frage zum Text hatte, musste er sich durch lange Korridore und über Hintertreppen von Etage zu Etage durchfragen, um dann eine scheue Kreatur beinverknotet in alten Texten vertieft vorzufinden, die prompt Antwort wusste. Allerdings vergaß der Bote, meistens ein Praktikant, auf dem langen Weg zurück zur Probebühne, was der Dramaturg gesagt hatte.
Heute sind Dramaturgen näher dran an den Probenprozessen.
Als Produktionsdramaturgen begleiten sie das künstlerische Team und die Schauspieler von der Konzeption bis zur Umsetzung eines Theaterabends. Dramaturgenbüros sind heute vor allem Kommunikationsräume. Manchmal hat man das Gefühl, Zeuge einer Spezialkonferenz zu sein. Vor allem dann, wenn ein Dokumentarspezialist wie Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) und seine Recherchetruppe die Räume belagern. Sie arbeiten in mobilen Büros mit Laptop und Handy, telefonieren und versuchen, Kontakte herzustellen zu sogenannten «Experten des Alltags», deren Biografien bzw. Erzählungen den Zuschauern einen Realitätsausschnitt präsentieren sollen, der eigentlich sonst im ...
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In der Ausgabe Nr. 11, November 2009 von «Theater heute» ist auf Seite 1 ein Beitrag unter der Überschrift «Mann über Bord» enthalten mit unrichtigen Behauptungen.
1. Unzutreffend ist: Mit großer Herablassung gegen die Erfahrungen seiner Mitarbeiter erklärt Frey den Betrieb für «verkrustet» oder «eingefahren», die künstlerische Tradition des Theaters für «zu...
Ein weißes, «sexuell provokatives» Zahngerät zwischen die Lippen geklemmt, schleicht eine Gestalt in weitem Hemd und Faltenrock, unter dem Arm eine Ente in goldenem Käfig, aus der gestreift tapezierten Szenerie. Frage: «Was gibt Worten die Magie?» Antwort: «Ich, ich, ich.» Wer spricht? Willem Dafoe als Idiot Savant in Richard Foremans gleichnamigem neuen Stück, mit...
Im Probenraum trifft Arbeit auf Kunst. Dieser Ort ist meistens leidlich beheizt, unaufgeräumt und befindet sich in einem Industriegebiet am Rande der Stadt. Die Theaterleute fahren dort hin, nicht morgens um 7.00 Uhr, sondern gegen 10.00 Uhr oder etwas später, wie seinerzeit die Arbeiter, die dort Maschinen gewartet, Autos gebaut und das Bruttosozialprodukt...
