Ein Quantum Gewalt
Ich würde ja gerne eine beeindruckende Geschichte darüber aus dem Ärmel zaubern, wie ich zum Theater gekommen bin, aber ich glaube, das Theater ist ganz einfach und unspektakulär zu mir gekommen.» Ein solches Bekenntnis über dem allerersten Schluck Kaffee lässt auf zwei Dinge schließen: Dennis Kelly ist erstens ehrlich veranlagt und arbeitet zweitens nicht aktiv an seiner eigenen Legende. Dafür arbeitet der Autor von «Kindersorgen» äußerst emsig an acht Schreibaufträgen – Auftraggeber unter anderem das National Theatre und Film Four.
«Ich sage so ungern nein, und es muss ja auch nicht alles bis morgen fertig werden.» Kelly hat sich diesen Erfolg, wie er grinsend sagt, mit dickköpfiger Zähigkeit erkämpft. Der Nordlondoner verließ mit 16 die Schule und «machte 12 Jahre lang eine Bilderbuchkarriere in Scheißjobs». Von der Supermarktkasse bis zum Leiter eines Warenlagers war alles dabei.
Eines Tages nahm ihn ein Freund mit zu einem Theaterclub für Jugendliche. Und auf dem Wege näherte Kelly sich in wöchentlichen Raten diskret der klassischen und zeitgenössischen Dramatik an. «Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht zu spielen, auch wenn wir unsäglich schlecht waren. So habe ich Autoren ...
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Herr Keriakous, der Grieche, übertreibt es mit der Liebe für seine verstorbene Frau, findet «der Vater» in Dennis Kellys Szenencollage «Liebe und Geld». Wer Geld hat, viel Geld, kann die Liebe zu einer Toten in Marmor, Stein und Eisen gießen und einen Tempel auf ihr Grab setzen, aber dass dieses griechische Privatmonument einen ungehörigen Schatten auf die letzte...
Kann sein, dass Donna ihre beiden kleinen Kinder getötet hat. Kann sein, dass sie krank ist. Wir werden es nie erfahren. Sicher ist nur: Sie wird verurteilt, in den Knast gesteckt, durch die Medienarena geschleift und in zweiter Instanz aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
Dennis Kelly hat aus dem Medea-Thema ein Doku-Drama in Zeiten der Kindsmordhysterie...
Auch wenn die Größenverhältnisse andere sind, so verhält es sich mit dieser Sunnyi Melles auf der Zürcher Pfauenbühne doch gerade so wie mit einer gewissen Nicole Kidman in einem Film namens «Australia»: Da wird eine Diva gewordene Lichtgestalt, ein Geschöpf, an Körper wie an Benehmen ganz und gar vornehm, ein Wesen, so hell und zart und zerbrechlich, plötzlich zur...
