Ein Flitsch-Auftritt

Erfolg ist Ansichtssache, und ein Geheimnis ist ein Geheimnis. Judith Hofmann hat einen Assistenten, der es am Ende doch lüftet.

Theater heute - Logo

Ein Geheimnis ist ein Geheimnis ist ein Geheimnis, und wäre es kein Geheimnis, dann wäre es kein Geheimnis, und wenn man es lüftet, ist das Geheimnis futsch, und man ist enttäuscht, da das, was man sich vorgestellt hat, viel spektakulärer und fantastischer war als das Tatsächliche, was einem als spannendes Geheimnis grade verraten wurde.

Weshalb sollte man auch wissen, dass der Nikolaus nicht aus dem Kühlschrank der Welt in die warme Stube geeilt kam, sondern sich nur drei Straßen nördlicher auf den Weg machte und der Vater eines Kindergartenfreundes ist, der vergessen hat, andere Schuhe anzuziehen. Es gibt keinen Grund.
 

Es gibt die Auffassung, dass man richtige und falsche Fragen stellen kann. Diese Geisteshaltung bringt mich auf die Palme. Die Frage nach dem Geheimnis eines Erfolges könnte meiner Meinung nach jedoch so eine falsche Frage sein.
 

Das klingt natürlich sehr nach Spielverderber, wenn ich jetzt auch noch frage, wie definiert man denn überhaupt Erfolg. In meiner Erfahrung gingen die eigenen, die persönlichen Erfolge selten mit den öffentlichen einher.
 

Es gab im Jahre 2004 eine wunderbare Arbeit am Thalia in der Gaußstraße, die kaum einer gesehen hat. Der Abend hieß ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Thalia des Jahres: Selbstlob, Seite 46
von Judith Hofmann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Chronik des Feuers

 Am Anfang war das Feuer. Die Idee. Ein Waldbrand. Was geschieht, wenn Menschen mit archaischen Zuständen konfrontiert werden? Unvermittelt. Ungeschützt. Schon in ihrem Stück «Monsun» hat Anja Hilling am Ende die Fotografin Melanie in Vietnam einem ununterbrochenen Regen ausgesetzt, der alle Reste der Zivilisation fortspült und sie damit auf sich...

Apokalypse kann so lustvoll sein

Gerade ist Dimiter Gotscheff noch einmal aufgestanden, um sich den vierten Whiskey zu holen. Wahrscheinlich ist heute wirklich nicht sein Tag. Schon nach dem zweiten Schnaps hat der lichtscheue Bulgare gestöhnt: «Es ist Montag, ich bin unvorbereitet, von mir kriegen Sie nicht mehr! Nehmen Sie es wörtlich. Ich kann über meine Arbeit nicht reden, ich kann nur brüllen...

Festhalten unmöglich

Ich träumte, dass mir ein Mann mit einer Brille erschien und zu mir sagte: ‹Nicht im Möglichen schweben, sondern das Wirkliche tapfer ergreifen! In der Tat liegt die Freiheit.›» Aus dieser geträumten Forderung entfaltet Justine del Corte in ihrem «Alptraum vom Glück» ein Pa­noptikum von Geschichten und Geschichtensplittern, die sich ineinander verweben und sich ab...