Ein Fall von Gastfeindschaft

Franz Grillparzer «Der Gastfreund», «Die Argonauten»

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Die vergangene Spielzeit am neuen Karlsruher Schauspiel stand im Zeichen großer, schwerblütiger Stoffe der Dramenliteratur. Auf Christian Dietrich Grabbes Schauerdrama «Herzog Theodor von Gothland» und Kleists «Die Hermannsschlacht» folgten die beiden ersten Teile von Franz Grillparzers «Das goldene Vlies»: ein Themenabend, in dem es um das Gebot der Gastfreundschaft geht. Bei Grillparzer beginnt alles mit dem griechischen Herrschersohn Phryxus, der mit dem sagenumwobenen goldenen Vlies in Medeas Heimat Kolchis landet.

Er sucht Schutz, Medeas Vater Aietes lässt den Fremden aber ermorden.

Erst nach dieser von Grillparzer mit «Der Gastfreund» überschriebenen Vorgeschichte kommen «Die Argonauten» und Jason ins Spiel, jener windschnittige Grieche, der den kleinasiatischen Barbaren die Kultur des Raubrittertums beschert. Jason will das goldene Vlies zurückerobern und bedient sich der verliebten Medea, die ihm auch prompt das Kleinod liefert. Im dritten Teil folgt dann das bekannteste Kapitel der antiken Sage: Medeas Schicksal bei den Griechen mit dem abschließenden Kindsmord. In Karlsruhe nun ignoriert man diese Episode und geht auch ansonsten alles andere als zimperlich mit ...

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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Chronik: Karlsruhe Staatstheater, Seite 52
von Jürgen Berger

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