Thomas Köck; Foto: picture alliance/dpa

Ein Erbe steht an

Thomas Köck: «Die Zukunft reicht uns nicht (klagt, Kinder, klagt!)»

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Eine Nacht in ferner Zukunft: ein schlafloses Kind vor einem Bildschirm. Auf dem Screen eine Reportage über vergangene Zeiten. Archäologen haben eine spektakuläre Entdeckung gemacht: Tief vergraben im Wüstensand stießen sie auf ein seltsames Bündel von Blättern, Dokumente einer längst untergegangenen Kultur. Aber die Wissenschaftler können dieses prähistorische Buch nicht lesen, es ist in einer Sprache verfasst, die in keiner Weise mit irgendeiner bisher bekannten verwandt ist. Eine vollkommen fremde Grammatik.

Bisher hatten doch alle Sprachen ein klar definiertes Tempus. Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft: Simultanität war ausgeschlossen. Ein Satz hatte eine Richtung, zielte auf eine Aussage, doch nicht so in dieser Sprache.

Wie ließe sich ein Text, der so viel Aufschluss über eine fremde Kultur geben könnte, bloß übersetzen? Schließlich finden die Forscher eine Frau, die vielleicht als letzte noch Lebende das Buch lesen könnte. Kettenrauchend beginnt die alte Dame, von der Vergangenheit zu berichten, schmunzelnd erzählt sie von einer anderen Welt. Von einer Kultur, die keine Differenz zwischen Zukunft und Gegenwart oder Vergangenheit kennt. Ein Kosmos der Gleichzeitigkeit, ...

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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 168
von Tobias Schuster

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