Ein Abend in Potsdam
Die «Mitbürger» haben sich richtig Mühe gegeben. Extra eine Theke aufgebaut mit Bier und Wein, das erste Getränk gibt’s gratis, dazu kleine Tische auf der Bühne, prominent platziert sogar ein Sofa und emsiges Gerenne und Ge -grüße. Bei aller freudigen Amateurgastronomie, Aufgeschlossenheit und Überschussfreundlichkeit präsentieren sich die sehr bemühten Gastgeber auch angemessen schüchtern und nervös. Das Publikum in der Reithalle des Potsdamer Hans Otto Theaters schmilzt angesichts der Sympathieoffensive schnell dahin und nimmt freudig erregt die vollen Gläser entgegen.
Die kleinen Tortentische auf der Bühne hat Ronja gezimmert, mit Mitte 20 jüngstes Mitglied der engagierten Bürgerinitiative, eine Schreiner-Gesellin und Klimaakti -vistin. Die halb familien-, halb zufallsbekannte bunte Truppe mit vielen guten Abund Ansichten komplettieren ihre Mutter Gloria, Architektin in Teilzeit mit noch drei kleinen Kindern aus zweiter Ehe; der mittlerweile freiberufliche Journalist Wolfgang Wetter, zugezogen aus Stuttgart, sowie das Paar Helmut und Lucie; er pensionierter Professor für Statik, sie eigentlich bildende Künstlerin, die ihr Geld als Persönlichkeitstrainerin und Coach verdient. ...
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Theater heute Juni 2023
Rubrik: Das Stück, Seite 54
von Franz Wille
Theater heute Es gibt viele internationale Festivals, nun gibt es eines mehr: «Performing Exiles» der Berliner Festspiele, erfunden und kuratiert von Matthias Lilienthal. Was ist daran besonders?
Matthias Lilienthal Es ist ein Festival, das sich einer verborgenen Berli - ner Szene widmet, nämlich Künstler:innen, die hier leben, aber nicht deutscher Herkunft sind,...
ich halte es für die pflicht eines rechtschaffenen bürgers, das heil des staates dem beifall der zuhörer vorzuziehen.
Demosthenes
wenn nicht mit rap – dann mit der pumpgun.
K.I.Z.
bürger potsdams, wacht auf! wir gehen einen guten weg.
Martin Kwaschik, 4. November 1989 Luisenplatz / Platz der Nationen
natürlich hab ich keine hoffnung. ich bin ja nicht bescheuert.
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Es beginnt sehr laut, mit einem Auto-Crash – «Crash», so hieß Karsten Dahlems erster Kinolangfilm noch, als er bei den Hofer Filmtagen zum ersten Mal zu sehen war. Chrissi, Polizistentochter aus der badenwürttembergischen Kleinstadt Nußdorf, ist als Stuntfahrerin in einer Autoshow kollidiert, jetzt fährt die Profiraserin einen Rollstuhl, in dem sie in ihr...
