Im Mythenwald
Die Stoffwahl war ein Herzenswunsch: Die Spieler:innen des Zürcher Theaters Hora mit kognitiver Beeinträchtigung, kurz Horas, wollten «Herr der Ringe». So geschah’s, in buntester Pracht. Zu bedauern bleibt einzig, dass das so gute wie echte Hobbit-Fan-Schwert mit scharfer Schneide auf der Theaterbühne nicht erlaubt ist. Stattdessen nur unphallischer Wackelpudding.
Cosplay, Original-Tolkien und Metapoesie mischen sich aufs Schönste in der Zürcher Schiffbauhalle, in einem Theaterdschungel aus hingebungsvollem Naturalismus und amüsiertem Staunen.
Als Wächter über die Erzählstränge erweist sich namentlich Hora Nikolai Gralak; während Helmi Florian Loycke sich nach eigener Angabe seit 48 Jahren auf die Rolle des Aragon vorbereitet hat und nun einen Zwergenfürsten spielen muss. Das Helmi ist in Zürich mit von der Partie und steuert insbesondere sehr beeindruckende zottelige Riesenmasken bei. Die Liste der Regieführenden spiegelt den ästhetischen Auf- und Überbau der Sword-and-Sorcery-Sause: Florian Loycke (Das Helmi), Nicolas Stemann (Schauspielhaus), Stefan Stock (Hora), Der Cora Frost (Musik).
Kay Kysela vom Schauspielhaus-Ensemble, also ein «Hausi», gesteht, dass er lieber ...
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Theater heute Juni 2023
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Andreas Klaeui
Da steht er, der Triceratops. Streckt sein behörntes Haupt in einen wolkigen Himmel, als wittere er etwas Vielversprechendes, während im Hintergrund bereits sein Fressfeind lauert, der Tyrannosaurus Rex. Die Rivalität der Ausgestorbenen stimmt in den Abend ein, der von einigen schrägen Figuren handeln wird, die sich bereits auf der Schwelle zum Tod bewegen, oder...
BASEL, KASERNE GLOBÂLE 22.–24.6. Kaserne Basel
Der künstlerische Leiter Sandro Lunin und die Dramaturgin Hannah Pfurtscheller verabschieden sich mit diesem dreitägigen Festival und geben den Stab an die neue künstlerische Leitung weiter.
BERLIN, PERFORMING ARTS FESTIVAL bis 4.6., freie Spielstätten und Veranstaltungsorte in ganz Berlin
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«Stell dir vor». Mit diesen Worten beginnt das Stück «die gegangen sind» von Anaïs Clerc und Yazan Melhem. «Stell dir vor, eine Erinnerung», «Stell dir vor, Jahre später», «Stell dir vor, du lebst am Strand in einem Zelt im Dezember». Wie ein Mantra ziehen sich diese Worte durch den Text und bewirken nebenbei zweierlei: Zum einen nähren sie via Vorstellungskraft...
