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Kein zweiter Mythos der Menschheitsgeschichte bringt Liebe, Tod und Kunst zwingender zusammen als die Geschichte von Orpheus und Eurydike, dem Göttersohn und der Nymphe.
Ovid hat sie in seinen «Metamorphosen» beschrieben, sie ist x-mal vertont, dutzendfach nacherzählt worden: Wie Eurydike, die geliebte Frau des gefeierten Sängers und Leierspielers Orpheus nach dem Biss einer Schlange im Hades verschwindet, der untröstliche Gatte ihr hinterhereilt und mit der unbezwingbaren Schönheit seiner Stimme die Hüter des Schattenreichs dazu bewegt, die Tote mit ihm zurückkehren zu lassen ins Land der Lebenden. Unter einer Bedingung: Keinen Blick darf er werfen auf die Geliebte, bis die Rückkehr aus der Unterwelt vollzogen ist. Doch Orpheus wendet den Blick, und Eurydike sinkt zurück ins Totenreich.
Von Angst und Kleidern besessen
Schon 1986 hat Klaus Theweleit die Mythenfolie zum Anlass genommen, ketzerisch über den Mythos der großen Liebe und ihre künstlerische Verwertung nachzudenken. Im «Buch der Könige – Orpheus (und) Eurydike» spürte er u.a. Benn und Brecht, Hamsun, Ezra Pound und Monteverdi als narzisstischen Künstlerpersönlichkeiten nach, die ihre Frauen opferten fürs Werk, ein ...
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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Aufführungen & Festivals, Seite 24
von Barbara Burckhardt
Heldendämmerung auf der Bühne: Im Stammesland von Wilhelm Tell haben dazu wenige Hinterhältigeres zu sagen, Klügeres sowieso nicht als die Gruppe Mass & Fieber. Der Verein um Niklaus und Brigitte Helbling hat sich dem therapeutischen Theater nach Brecht verschrieben, und wenn die beiden nun eine Lektion Heldentod übersetzen, dann unter der Ankündigung...
Maria Becker, links als Elisabeth in «Maria Stuart» 1986, war eine «Königin im Formenreich», so der Kritiker Gerhard Stadelmaier: «Die Formen, die sie unnachahmlich herstellte, wurden ihr eigentlich mehr zu Partnern als die jeweiligen Kollegen, mit denen sie auftrat.
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Als Übersetzung der Stadt in die Vertikale hatte Charles-Édouard Jeanneret-Gris, genannt Le Corbusier, 1956 die Berliner Variante eines Hochhauses mit 530 Wohnparteien geplant. In der Cité Radieuse in Marseille war es dem Schweizer Architekten gelungen, dasselbe Modell mit einer Einkaufsgalerie, Schwimmbad und Open-Air-Kino auf dem Dach auszustatten und so mehrere...
