Düsseldorf Schauspielhaus: Couragierte Stückzertrümmerung
«Dies ist eine Bühne» – so sorgfältig wird man zu Beginn schon informiert. Dann lernt man: «Dies ist Rosa Enskat. Sie ist eine Schauspielerin.» Brechts Lehrtheater wird fein ironisiert. Während der Vorstellungsrunde fahren die Figuren auf der Drehbühne an uns vorbei wie Figuren in einem Glockenspiel oder einem Wachsfigurenkabinett, jede mit einer charakteristischen Geste. Auf einer Projektionsfläche liest man, dass es nach der Definition des «Duden» zwei Arten von Mut gibt, den «großen» gegen die Gefahr, den «politischen» für die eigene Überzeugung.
In der Mitte brennen dutzende Kerzen. Alles ist hergerichtet für die Brecht-Gedächtnisfeier.
Aber längst hat sich die Schraube weitergedreht. Aus Brechts zarter Verfremdung ist die Zerschlagung jeglicher Illusion geworden. Regisseur Sebastian Baumgarten durchschießt Text und Handlung und Bild immer wieder mit querständigen Assoziationen. Brechts lehrreiche Geschichte von der Frau, die im Dreißigjährigen Krieg ihre drei Kinder verliert, während sie versucht, weiterhin am Krieg zu verdienen, wird von aller Eindeutigkeit befreit und geöffnet für alle möglichen Bedeutungen.
Auf der Projektionsfläche sieht man graue Bilder von Ruinen auf ...
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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Gerhard Preußer
Schwer gebeutelt von Corona-Restriktionen und trotzdem am Start: Reports aus München, Basel und Dessau.
Ein Bericht von der Burning-Issues-Konferenz in Hamburg und eine Keynote von Tucké Royale, der sich als Künstler nicht einvernehmen lassen will
Der zweite Lockdown hat auch unsere Heftplanung durcheinandergewirbelt. Nun aber wirklich: ein Porträt von Taner...
Aalen, Theater der Stadt
2. Ebel, Ox & Esel – Eine Art Krippenspiel
R. Winfried Tobias
Altenburg Gera, THeater
10. nach den Gebrüdern Grimm, Rumpelstilzchen
R. Manuel Kressin
Annaberg-Buchholz, Winterstein-Theater
1. nach den Brüdern Grimm, König Drosselbart
R. Andreas Ingenhaag
5. nach Higgins, Harold und Maude
R. Karl Georg Kayser
Augsburg, Theater
3....
Der Ärger ist groß, die Einsicht noch größer. Wer sich umhört unter den Leiter*innen von Stadttheatern und Produktionshäusern, vernimmt schweres Zähneknirschen über den unerwarteten zweiten Lockdown der Bühnen. Viele fühlen ihre Häuser ungerecht behandelt. Schließlich habe man funktionierende Hygienekonzepte vor und hinter der Bühne erarbeitet, die peinlichst...
