Düsseldorf: Geflatter in der Hütte
Wer es nicht wahrhaben will, sollte sich spätestens jetzt damit abfinden: Das mit Europa wird nichts mehr. Der gemeine Europäer wird sich in naher Zukunft zum Meer hin wohl mit einer Mauer verbarrikadieren und im Landesinnern weiterhin die Natur und sich selbst zerstören. Auf der Meeresseite der Mauer wird es allerdings noch Menschen geben. Sie strandeten hier, richteten sich notdürftig ein und luden Schuld auf sich. Wahrscheinlich trieben sie andere Migranten zurück ins Meer, oder sie ermordeten die Hilfsbedürftigen und verbuddelten die Leichen im Sand.
Wechselt man die Perspektive, könnte man in Thomas Freyers neuestem Stück auch einen apokalyptischen Abgesang auf die Brexiteers sehen. Eine Insel ist am Ende des Tages ja auch so was wie Festland. Die Engländer könnten, wollte Great Britain in schönster Isolation wieder great again werden, ihre Insel zum festländischen Europa hin also auch mit einer Mauer sichern. Auf diese Idee könnte man kommen, wäre Freyers Text mit ironischer Elastizität ausgestattet. Doch wie sein Titel erweist sich «letztes Licht. Territorium» als humorfrei und mit ernsthafter Untergangserwartung imprägniert.
Wir sind am Strand inmitten von Hütten und ...
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«Der Sommer war verregnet, zu Weihnachten blühte der Flieder, zu Ostern viel Schnee.» Klimawandel. Feriengäste haben keine Freude im Hotel «Zur schönen Aussicht». Der Hotelname allerdings ist ohnehin mit Vorsicht zu genießen: Als Ödön von Horváth seine Komödie «Zur schönen Aussicht» 1926 schrieb, ging die Aussicht auf den aufziehenden Faschismus. In Friederike...
Zum Schluss winkt Medea mit ihrer neuen Familie ins Publikum, nicht triumphierend, sondern – so scheint es zumindest – ganz einfach glücklich. Mit Aigeus, dem König von Athen, hat sie zwei Töchter, ungefähr so alt wie die beiden Söhne, die sie eine Szene vorher sanft und sachlich erstochen hat. Ihr ist gelungen, was auch ihr Ex Jason vorhatte, ein neues Leben...
Die Universität Gent hat im März Milo Rau, dem Leiter des NT Gent, die Ehrendoktorwürde verliehen. Universitätsrektor Rik Van de Walle erinnert sich bei dem Festakt noch genau, wie beeindruckt er im September 2018 war, als er Raus «Die Wiederholung» sah: «Ab diesem Moment war mir klar, dass wir Milo eines Tages ein Ehrendoktorat verleihen würden.» Die Universität...
