Düsseldorf: Geflatter in der Hütte
Wer es nicht wahrhaben will, sollte sich spätestens jetzt damit abfinden: Das mit Europa wird nichts mehr. Der gemeine Europäer wird sich in naher Zukunft zum Meer hin wohl mit einer Mauer verbarrikadieren und im Landesinnern weiterhin die Natur und sich selbst zerstören. Auf der Meeresseite der Mauer wird es allerdings noch Menschen geben. Sie strandeten hier, richteten sich notdürftig ein und luden Schuld auf sich. Wahrscheinlich trieben sie andere Migranten zurück ins Meer, oder sie ermordeten die Hilfsbedürftigen und verbuddelten die Leichen im Sand.
Wechselt man die Perspektive, könnte man in Thomas Freyers neuestem Stück auch einen apokalyptischen Abgesang auf die Brexiteers sehen. Eine Insel ist am Ende des Tages ja auch so was wie Festland. Die Engländer könnten, wollte Great Britain in schönster Isolation wieder great again werden, ihre Insel zum festländischen Europa hin also auch mit einer Mauer sichern. Auf diese Idee könnte man kommen, wäre Freyers Text mit ironischer Elastizität ausgestattet. Doch wie sein Titel erweist sich «letztes Licht. Territorium» als humorfrei und mit ernsthafter Untergangserwartung imprägniert.
Wir sind am Strand inmitten von Hütten und ...
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