Theater in Zeiten von Corona

Ein Proben- und Aufführungsbericht von «Winter/Interior/A Doll’s House» nach Ibsens «Nora» in Teheran

Ich sitze in der letzten Maschine aus Teheran. So sieht es aus. Den Flughafen habe ich immer gehasst. Der Teheraner Flughafen IKA, weit entfernt von der Stadt in einer Wüstenlandschaft, hat nichts zu tun mit dem Teheran, das ich kenne, ist aber meine Verbindung in den Iran. Heute Nacht kriegt er von mir mehr Mitleid als Hass. Denn nun sitze ich neben vielen Iranern und Deutschen im letzten Iran- Air-Flug nach Frankfurt. Gesichter voller Panik, die meisten tragen Masken und Handschuhe und erzählen, wie sie noch einen Platz bekommen haben.

Dass sie trotz Schließungen wegen Corona-Epidemie am Tag noch gearbeitet haben, bis plötzlich der Anruf kam, dass es noch ein Ticket für diesen Flug gäbe.

Vor drei Wochen war Corona noch ein Ärgernis, das mir und unserer Theatergruppe die Laune verderben wollte. Wir hatten es mit unserem Stück nie einfach gehabt und waren sicher, dass wir auch dieses Problem bewältigen würden, ohne zu ahnen, dass uns diesmal, zu unserem traurigen Erstaunen, weder unsere Kraft noch unser Wille helfen würden. 

Unsere Autorin und Regisseurin, Pegah Tabassinejad, hatte sich an der kanadischen Simon Fraser Universität und nach ihrer Rückkehr in den Iran intensiv mit ...

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Theater heute April 2020
Rubrik: International, Seite 46
von Maryam Palizban