Du sollst keine Briefmarken sammeln

nach Krzysztof Kieslowski und Krzysztof Piesiewicz «Dekalog – Die zehn Gebote» in Lübeck

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«Mose wandte sich und stieg vom Berge und hatte zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand, die waren beschrieben auf beiden Seiten. Und Gott hatte sie selbst gemacht und selber die Schrift eingegraben.» (2. Mose 32) Zwei Gesetzestafeln, und diese Tafeln stehen jetzt in den Lübecker Kammerspielen, links und rechts der Bühne. Fein säuberlich ist aufgelistet, was der Gläubige tun darf und was nicht, von «Du sollst keine anderen Götter neben mir haben» bis «Du sollst nicht begehren deines nächsten Gut».

Im Hintergrund ein Unort, eine grau verputzte Betonwand, unten Graffiti, oben ein zerbrochenes Fenster, einmal pflanzt jemand hilflos ein paar jämmerliche Primeln in den Blumenkasten, aber in der Pause fällt der Kasten krachend zu Boden. Gottferner als Otto Kuklas Bühnenbild zu Crescentia Dünßers «Zehn Gebote»-Inszenierung geht es nicht.

Als Krzysztof Kieslowski Ende der Achtziger «Dekalog – Die zehn Gebote» als Serie fürs polni­sche Fernsehen konzipierte, war das ein in seiner Konsequenz unerhörtes Unterfangen: einen biblischen Stoff aus säkularer Perspektive zu erzählen, die Gebote nicht als göttliche Weisungen zu verstehen, sondern als allgemeine moralische Richtschnur. Diese ...

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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Falk Schreiber

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