Drei Stunden und ein Wort
Es war einmal die Schweiz. Die Schweiz ist ein sehr kleines Land. Seine Medienherde grast zum größten Teil in Zürich, auf engstem Raume. Geheimtipps sprechen sich dort schnell herum, so schnell wie in olympischen Dörfern. So kam es, dass eine junge Frau in den wichtigen Wochenmagazinen beschrieben und gepriesen und zur prominenten Dramatikerin erklärt wurde, bevor auch nur eine Zeile von ihr je auf einer Bühne ausgesprochen war. Es war Anfang März und gut vier Wochen bis zur Uraufführung ihrer «Lieblingsmenschen».
Die Frau trug einen edlen Namen, sie hieß Laura de Weck, war die Tochter eines Medien- und die Enkelin eines Bankenkönigs. Der Vater, Roger de Weck, leitete einst die Redaktion des Zürcher «Tages-Anzeigers», danach die «Zeit» im fernen Hamburg, bis es genug war mit dem Zeitungsstress. Fortan lebte er ein freieres Leben, nur hin und wieder ließ er sich im Schweizer Fernsehen ausstrahlen.
So eine Herkunft machte die Story um den märchenhaften Aufstieg der jungen Frau nur dringlicher: Alle mal herhören, Laura de Weck hat ein Stück geschrieben. Der Düggelin, der alte Schweizer Regiefuchs, hat es entdeckt und Talent gewittert. Jetzt inszeniert er’s in Basel, und ihr ...
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Im vergangenen Jahr feierte Athol Fugard, der international gespielte Altmeister des südafrikanischen Theaters, seinen 75. Geburtstag mit einem neuen Stück, «Booitjie & Oubaas» (etwa: Jungchen und Altbauer), in der Regie der erfahrenen Janice Honeyman und mit dem herausragenden Marius Weyers in der Rolle des siechen Alten. Das rührende, wenn auch nicht...
Irgendwo hat man den Mann schon einmal gesehen. Wahrscheinlich in einem dieser New-York-Filme, in dem der Chefredakteur in einer Kabine am Ende des Großraumbüros residiert. Dort sitzt er am Schreibtisch, das Hemd frisch gebügelt, den Knopf am Hals offen, darüber Hosenträger wie Larry King, und blickt seinem gegenüber hart-aber-herzlich in die Augen. Ehrliche...
Was hätte aus dieser Cordelia, König Lears jüngster Tochter, nicht alles werden können! Aus einem seilhüpfenden, blonden Mädchen in Weiß, das mit einem hübschen Unschuldslächeln um eine Krone herumturnt, die wie ein Spielzeug in der Mitte der Riesenbühne des Wiener Burgtheaters ganz goldig daliegt – wie die Krone eines Märchenprinzen, von dem alle Mädchen wie sie...
