Drei Stunden und ein Wort
Es war einmal die Schweiz. Die Schweiz ist ein sehr kleines Land. Seine Medienherde grast zum größten Teil in Zürich, auf engstem Raume. Geheimtipps sprechen sich dort schnell herum, so schnell wie in olympischen Dörfern. So kam es, dass eine junge Frau in den wichtigen Wochenmagazinen beschrieben und gepriesen und zur prominenten Dramatikerin erklärt wurde, bevor auch nur eine Zeile von ihr je auf einer Bühne ausgesprochen war. Es war Anfang März und gut vier Wochen bis zur Uraufführung ihrer «Lieblingsmenschen».
Die Frau trug einen edlen Namen, sie hieß Laura de Weck, war die Tochter eines Medien- und die Enkelin eines Bankenkönigs. Der Vater, Roger de Weck, leitete einst die Redaktion des Zürcher «Tages-Anzeigers», danach die «Zeit» im fernen Hamburg, bis es genug war mit dem Zeitungsstress. Fortan lebte er ein freieres Leben, nur hin und wieder ließ er sich im Schweizer Fernsehen ausstrahlen.
So eine Herkunft machte die Story um den märchenhaften Aufstieg der jungen Frau nur dringlicher: Alle mal herhören, Laura de Weck hat ein Stück geschrieben. Der Düggelin, der alte Schweizer Regiefuchs, hat es entdeckt und Talent gewittert. Jetzt inszeniert er’s in Basel, und ihr ...
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