Die wollen nur spielen

Strindberg «Totentanz» Weimar

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Willkommen im Land der Kälte. Eisblaue Styroporklötze stapeln sich in geordneter Unordnung bis an den begrenzten Horizont der Bühne des Weimarer Nationaltheaters. Aus der Wüste ragt ein überlanger Drehstuhl empor, der entfernt an den Schiedsrichtersitz eines Center Courts erinnert. Rechts daneben glaubt man, eine Bar zu erkennen. Der Iglu des Grauens, in dem sich Strindbergs Alptraumpaar Alice und Edgar gleich Saures geben werden, ist noch verwaist.

Doch halt.

Zwischen den Eisklötzen bewegt sich etwas: Eine in Dämmfolie gewickelte Wurst robbt um die Ecke, röchelt wie ein Folteropfer und verursacht in Reibung mit dem Styropor ein Quietschen, das selbst im Sommer Gänsehaut verursacht. Auch Alice und Edgar sind im Anmarsch. Zunächst ignorieren sie noch das winselnde Opfer. Die verhinderte Schauspielerin und der gescheiterte Hauptmann sind viel zu sehr damit beschäftigt, wie aufgezogene Puppen durch die Kühlaggregats-Land­­­schaft zu trippeln, sich ungerührt anzutexten und mit jeder Pore zu signalisieren: Wir sind erstarrt in Routine.

Der «Totentanz», den Regisseurin Thirza Bruncken in Weimar entfesselt, kleckert nicht mit Metaphern, er klotzt. Und hechelt in den folgenden 90 Minuten die ...

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Theater heute Juli 2007
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Eva Behrendt

Vergriffen
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