Dramatische Kulturtechniken

Neue Stücke von Nis-Momme Stockmann, Felicia Zeller und Wolfram Höll in Hannover, Frankfurt und Leipzig

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So ein zeitgenössischer Theaterautor hat es wirklich nicht leicht heutzutage. Da kommt man in eine Stadt, von der man nicht viel kennt außer Bahnhof, Theater und einem mittelschlechten Vertreter-Hotel auf halbem Weg dazwischen, soll ein möglichst zugkräftiges Stück mit intensivem Ortsbezug entwickeln und dabei auch noch schlauer als alle anderen sein. Nämlich selbstverständlich voll auf der Höhe der angesagten Kunst-, Medien- und Gesellschaftsdiskurse schweben und dabei glaubwürdig und natürlich auch kritisch bleiben, aber bitte kompromisslos und karriereverachtend kritisch.

Das alles termingerecht und möglichst dreimal im Jahr, denn von einem Stückauftrag allein kann niemand leben. Bei Nichtlieferung hat das Theater schon den Anwalt bei der Hand, der dem verträumten Schreiberling in seiner Berliner Szeneklause Beine macht oder wenigstens den Vorschuss wieder einkassiert.

So oder ähnlich darf man sich das beschwer­liche Leben des «Unsicher wirkenden jungen Mannes» vorstellen, der in Nis-Momme Stockmanns neuem Stück «Amerikanisches Detektivinstitut Lasso» in Hannover als schüchternes Autor-Alter-Ego durchs Theater und das nahegelegene Hotel am Thielenplatz schleicht und mit ...

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Theater heute April 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Franz Wille

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