Das Fundament der Demokratie

Nicolas Stemann dekonstruiert die dänische Politserie «Borgen» an der Berliner Schaubühne

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Dieses Amt ist kein Spaziergang. Die fiktive dänische Ministerpräsidentin Birgitte Nyborg wird in den ersten beiden Staffeln der Fernsehserie «Borgen» (benannt nach dem Kopenhagener Regierungssitz Christiansborg) nach allen Regeln der Macht in die Mangel genommen: Ihre Ehe zerbricht im Zeitraffer, beide Kinder bekommen psychische Probleme, selbst ihren besten Freund und politischen Mentor verrät sie aus Gründen der Staatsraison und, letztlich, des Machterhalts.

Auch auf Seiten der Politik fällt die Bilanz eher deprimierend aus: Für jeden Schritt in Richtung Offenheit, Diversität und Emanzipation muss Birgitte als Chefin der «Moderaten» mindestens eine Konzession machen. Mehr Frauenquote gleich weniger Umweltschutz, Friedenstiften in Afrika gleich Vergünstigungen für die heimische Industrie und so weiter, bis ihr am Ende von Staffel zwei nur eine Option beibt: Neuwahlen.

Man kann «Borgen» einiges vorwerfen – allem voran natürlich die Vereinfachung politischer und medialer Prozesse, die die Seriendramaturgie in jeder Folge zuverlässig auf den gleichen Schmerzpunkt hin zuspitzt: Ein Kompromiss muss geschlossen werden. Dass es nur allzu oft ein fauler ist, verschweigt die Serie jedoch ...

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Theater heute April 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Eva Behrendt

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