Drama on the rocks
So ein Theater sucht auf der Welt seinesgleichen. Die Bühne befindet sich auf 2.700 Metern Seehöhe, die Zuschauer schützen sich mit dicken Anoraks vor der kalten Bergluft, und die Kulissen sind Dreitausender: Auf dem Rettenbachgletscher über Sölden im Tiroler Ötztal inszeniert der Salzburger Choreograf Hubert Lepka seit fünf Jahren hochalpine Theaterspektakel. 2001 hatte hier «Hannibal» Premiere, eine zeitgenössische Rekonstruktion der legendären Alpenüberquerung, mit der der Karthager Hannibal in den punischen Kriegen die Römer überraschte.
Zur Bespielung der pittoresken Gletscherlandschaft kam so ziemlich alles zum Einsatz, was sich auf diesem schwierigen Terrain überhaupt noch bewegen kann: Motorschlitten und Eisspeedwaymaschinen ratterten über die Piste, Skifahrer wedelten den Hang herunter, Bergführer entzündeten auf den Gipfeln Leuchtfeuer, Flugzeuge und Hubschrauber umkreisten die Szene. Die Elefanten, die seinerzeit mit Hannibal über die Alpen gestapft waren, wurden sehr überzeugend von Pistenraupen dargestellt.
Science Fiction in Echtzeit
Nach vier erfolgreichen Jahren – zuletzt waren fast 9.000 Besucher auf den Berg gekommen, um «Hannibal» zu sehen – hatte heuer eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Natürlich führt der Weg nach Potsdam an diesem Abend über Berlin. Wer was zu sagen haben will hinterher, hat als Wegzehrung natürlich jene Fassung von Henrik Ibsens unverwüstlicher «Hedda Gabler» dabei, die Thomas Ostermeier in dieser Spielzeit bereits für die «Schaubühne» fertigte; und die zum Theatertreffen eingeladen wurde. Weil aber das so ist und jeder um...
Das Haus ist groß und leer, ein white cube aus Rigips mit Satteldach. So gemütlich sehen die Mannschaftszelte von innen aus, die von der Bundeswehr in Katastrophengebieten zur Erstversorgung aufgestellt werden. Nun sprengt die Notunterkunft beinahe die geräumige Bühne des Hamburger Schauspielhauses, und trotz ordentlicher Belegung bleibt noch viel Platz für...
Anfang der siebziger Jahre bestand das französische Paradies noch aus Fleisch. Marco Ferreris Skandalfilm «Das große Fressen» (1973) legt davon eindrucksvoll Zeugnis ab: In einer verlassenen Vorstadtvilla erschaffen vier Männer in den besten Jahren, dargestellt von den Stars des franco-italienischen Kinos, ein Schlaraffenland aus Nacktem und Gegrilltem. Ein...
