Drama bei Königs

James Goldman «Der Löwe im Winter»

Theater heute - Logo

Weihnachten ist das Fest der Familie. Das gilt auch für englische Königsfamilien. Henry II. zum Beispiel lässt für die Weihnachtsfeiertage des Jahres 1183 sogar seine seit zehn Jahren eingesperrte Gattin Eleanor frei – man will ja wenigstens einmal im Jahr in Ruhe streiten können. Bei Königs geht’s nämlich auch nicht anders zu als in einer ganz normalen Familie: Papa hat eine Freundin, und die Söhne machen Terror.

Der Unterschied ist nur, dass es sich bei der Freundin um eine französische Königstochter handelt, die dem ältesten Sohn Richard versprochen ist, und dass die Jungs nicht um die Playstation streiten, sondern um Ländereien und die Thronfolge.

«The Lion in Winter» vom amerikanischen Dramatiker und Drehbuchautor James Goldman (1927–1998) ist ein Bastard von einem Stück. Historisches Personal, moderne Psychologie: «König Lear» als Farce. Das 1965 am Broadway uraufgeführte Drama ist vor allem durch die großartig besetzte Verfilmung von 1968 (mit Peter O’Toole und Katharine Hepburn als Königspaar und den jungen Herren Anthony Hopkins und Timothy Dalton in Nebenrollen) bekannt. Wenn man den mit drei Oscars ausgezeichneten Film heute sieht, ist man sich nicht ganz sicher, wie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2008
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Wolfgang Kralicek

Vergriffen
Weitere Beiträge
Nackte Liebeserklärungen

Fünf Darsteller in Alltagskleidern stehen auf einer absolut leeren Bühne, in eigenartigen, deutlich voneinander unterscheidbaren Gesten erstarrt. Einer hält den linken Arm ausgestreckt, als hielte er einen Hirtenstab, eine andere lagert ihm zu Füßen auf dem Boden, den Oberkörper seitlich aufgestützt, ein Dritter steht breitbeinig und mit leicht eingeknickten Knien,...

Töne haben Ursachen. Immer.

Bei den beiden zentralen Produktionen der diesjährigen «Spielzeit Europa» musste man die zuständige Bühne innerhalb des Hauses der Berliner Festspiele ein bisschen suchen. Bei «Stifters Dinge (The Piano Piece)» von Heiner Goebbels musste man durch einen Nebeneingang eintreten, bei Alvis Hermanis «The Sound of Silence – ein Konzert von Simon & Garfunkel in Riga...

Schicke Clique

Wir sind nicht in Rom, wir sind nicht in Ägypten, wir sind auch nicht antik, nein, wir sind so jung, so reich, so cool, und wir sitzen in der «Sodom & Gomorrha Show». Genau genommen sitzen wir mit «Antonius und Cleopatra» im Theater Basel. Der Refrain der Pet Shop Boys stampft durch unsere Gehörgänge, und vorn an der Rampe reiht sie sich auf, Cleopatras...