Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so
Der erste Tag in einer neuen Firma ist immer schwierig. Man weiß nicht, wem man vertrauen kann, man hat die firmeninternen Hierarchien noch nicht verinnerlicht, man fürchtet, in Intrigennetzwerke einzubrechen. Also stolpert man verunsichert durch den Arbeitstag, ständig in Angst, etwas falsch zu machen. Der erste Tag in der Hamburger Filiale von Söhne & Söhne beginnt damit, dass man zusammengefaltet wird, weil man eine halbe Stunde zu früh kommt. «Zu früh ist auch nicht pünktlich!» Schon zu Beginn ist man ins Fettnäpfchen getreten, und besser wird es auch nicht werden.
Signas «Söhne & Söhne» ist eine theatrale Installation im Auftrag des Hamburger Schauspielhauses nach dem typischen Muster des dänisch-österreichischen Horrorfabulierer-Künstlerpaars Signa und Arthur Köstler: Man nehme a) eine hinreichend abgerockte Örtlichkeit, in diesem Fall die ehemalige Gewerbeschule für Bauhandwerker, ein riesiger, verwinkelter Bau, der einem schon ohne Inszenierung jeden Lebensmut zu rauben im Stande ist. Die bemöble man mit b) Einrichtungsgegenständen, die schon seit mindestens 30 Jahren nicht mehr in Gebrauch sind und so eine Mischung aus Staub, Ekel und surrealer Patina mit sich bringen sowie ...
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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 19
von Falk Schreiber
Alvis Hermanis hat seine für April geplante Inszenierung am Hamburger Thalia Theater aus privaten und politischen Gründen Anfang Dezember abgesagt. In einer Stellungnahme auf der Webseite des Rigaer Neuen Theaters (www.jrt.lv) heißt es, er arbeite gerade in Paris und lebe in genau dem Viertel, wo das Massaker geschehen sei: «Wir sind überall von Angst und Schrecken...
Die Feier des 80. Geburtstags des früheren Kammerspielintendanten Dieter Dorn rief die Erinnerung an einen heftigen Konflikt zwischen Theaterintendant und Kulturpolitik wach, in dem ich nolens volens eine Rolle spielte. Erneut wurde eine Legende erzählt, die auch durch ständige Wiederholung nicht wahrer wird. Da die damaligen Vorgänge durchaus exemplarisch sind,...
Die Thailänderin Jen kniet mit ihrem amerikanischen Ehemann vor dem buddhistischen Schrein der zwei Göttinnen und bringt kleine Figurinen als Opfergaben dar: einen Geparden für ihr krankes Bein, einen Gibbon-Affen für starke Glieder und einen Tiger für die Kraft ihres neuen Sohnes Itt. «Wir haben einen neuen Sohn?», fragt ihr Ehemann verwundert. «Er ist ein guter...
