Hörspielpreis

Pflichtstoff fürs Theater - Das Schauspieler-Porträt «Das Projekt bin ich!» gewinnt den Hörspielpreis der ARD

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Was für eine Vorstellung: «In Deutsch­land gibt es nur noch drei Theater: in München, Hamburg und Berlin. Und die machen dauernd Koproduktionen.» Geld verdienen höchstens noch die Intendanten – Schauspieler «dürfen» dort allenfalls arbeiten. So lautet die Zukunftsvision einer Schauspielerin, geschöpft aus einer des­illusionierenden Gegenwart.

Einer Gegenwart, in der Schauspielerinnen trotz Magenblutung Premieren spielen, zwischen Szenenstudium und Workshops ein Kind verlieren und zur Ausschabung des Embryos müssen, ihr Zimmer untervermieten oder Regie-Angebote mit der Gage «Null Euro» bekommen (aber mit freier Stückwahl!).

Mit unsentimentaler Offenheit erzählen Martina Hesse, Franziska Kleinert, Katrin Steinke und Ernestine Tzavaras sowie ihr Kollege Andreas Schröder von den höchst prekären Lebensverhältnissen in ihrer überbesetzten und unterbezahlten Branche – und vermitteln dennoch den unbezähmbaren Drang zu diesem Beruf. Das macht das semi-dokumentarische Hörspiel «Das Projekt bin ich!» gewissermaßen zum Pflichtstoff an Schauspielschulen, aber auch für Kulturpolitiker, Intendanten und Kritiker. Schon allein dafür hätte das Hörspieldebüt der jungen Theaterregisseurin Ulrike ...

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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Andreas Jüttner

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