Digitale Paranoia
Celeste und Noah sind tot. Erschossen. War es Selbstmord oder eine geheime staatliche Kommandoaktion? Die Journalistin Lucy Kirkwood ist fasziniert von dieser Geschichte und erzählt sie in kurzen Ausschnitten dem Publikum: vom ersten Blind-Date über das Zusammenziehen, ihren Job als Krankenschwester, seiner Tätigkeit als Online-Klima-Aktivist, dem gemeinsamen Kind und schließlich der Eskalation am Ende. Hier schlägt die Inszenierung über die Stränge und lässt das bis dahin sorgsam inszenierte Setting actionreich zusammenbrechen.
Philipp Rosendahl, Mitglied des Leitungstrios am Staatstheater Cottbus, das in der nächsten Spielzeit viel zu früh ausgetauscht wird, hat die deutsche Erstaufführung von «Verblendet» von Dave Davidson in der Kammerbühne in Cottbus inszeniert. Wobei Davidson ein Pseudonym der Dramatikerin und Drehbuchautorin Lucy Kirkwood ist, deren Alter Ego durch den Abend führt. Dieses Spiel mit einem Pseudonym gab es schon zur Uraufführung, als das Stück in London unter dem Titel «That Is Not Who I Am» von Davidson herauskam, aber anschließend vom Verlag als «Rapture» von Kirkwood vermarktet wurde.
Verwirrung und flirrende Wahrheiten, gepaart mit Alltagsproblemen stehen ...
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Theater heute Februar 2025
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Torben Ibs
New York, 1975. Die verlassenen, verfallenden Docks am Ufer des Hudson River sind schwule Cruisingzone und üben auch auf Künstlerinnen und Künstler starke Anziehungskraft aus. Mazlum Nergiz hat die Gegend zum Schauplatz seines neuen Stücks «Am Fluss» gemacht. Die urbane Flusslandschaft macht es möglich, verschiedene Themen und Zeiten zusammenzubringen. Zitat: «Wenn...
Schöne Dauerbrenner zur Winterzeit hat das Schauspiel Düsseldorf in dichter Folge auf den Spielplan gebracht: «Der Geizige» ist Molières neben dem «Tartuffe» meistgespieltes Stück über einen paranoid-narzisstischen Patriarchen, dem sein Geld sogar über die Liebe zu seinen Kindern geht. Eifrig wird im Programmheft dazu auf heutige Populisten und Manipulateure...
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