Dienst nach Vorschrift
Generationen gegeneinander auszuspielen ist zu einem Lieblingssport der Deutschen geworden – mit Vorliebe die «Gen Z» gegen die «Boomer», und damit vermeintliche Leistungskritische gegen jene, die deutsche Institutionen und Realitäten bis heute prägen. Autorin und Schauspielerin Amina Eisner macht also am Stadttheater Gießen die Probe aufs Exempel. Wie kommen die Generationen eigentlich miteinander zurecht? Denn die meisten Debattenartikel lassen ja gern unter den Tisch fallen, dass es das tagtäglich gibt – das Miteinander der Ungleichen.
In ihrem Stück «Generation Arbeit. Eine gottlose amtliche Komödie», einer Auftragsarbeit für das Stadttheater Gießen, bei dem Eisner auch Ensemblemitglied ist – in «Generation Arbeit» also geht es, quasi sicherheitshalber, gleich auf zwei Ebenen um Arbeit. Angesiedelt ist das Stück im Arbeitsamt, wo Arbeitssuchende beraten und verwaltet werden. Doch die spielen an diesem Abend nur in Form von störenden Anrufen und sich türmenden Akten eine Rolle. Im Mittelpunkt stehen vier Mitarbeiter:innen des Arbeitsamts, sind doch auch sie Berufstätige, mit ihren jeweiligen Bedürfnissen, Konflikten, Krisen.
Wie es sich für eine Komödie gehört, sind alle vier ...
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Theater heute April 2025
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Esther Boldt
BERLIN, GEMÄLDEGALERIE
bis 22.6., Von Odessa nach Berlin Europäische Malerei des 16. bis 19. Jahrhunderts
Umfassende Sonderausstellung mit 60 Gemälden aus dem Museum für Westliche und Östliche Kunst in Odessa. Die Werke wurden vor dem Krieg in Sicherheit gebracht und treten in Berlin in Dialog mit Gemälden der Berliner Sammlungen.
BERLIN, GROPIUS BAU
ab 11.4., Yoko...
Kleiner Weltuntergang gefällig? Bitte sehr! Gerade nimmt ein netter Mega -sturm Kurs auf Westeuropa, der alles ratzekahl wegfegen wird bis unters Fundament, Mensch und Tier eingeschlossen. Soweit die Annahme in Theresia Walsers «Die Erwartung», die ausgewähltes Mittelstandspersonal beim letzten Packen und Flüchten ausführlich zu Wort kommen lässt.
Von oben nach...
Auch, wenn es der Titel erst mal nicht vermuten lässt: In «Das Licht», Tom Tykwers Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale, lauert de facto die Apokalypse – und zwar direkt vor der Büro-Tür: Kein Tag, an dem Lars Eidinger als High Performer einer Werbeagentur, der seine Kampagnen gern mit den Abendbrottisch-O-Tönen seiner Fridays-for-Future-Tochter...
