Die zwei Welten des Theaters
TH Anfang dieses Jahres hat die Journalistin Petra Kohse in einem Artikel in der «Berliner Zeitung» die These aufgestellt, dass «‹Freie Kunst› sich heutzutage durch Effizienz und Internationalität» auszeichne. «Das kann die Institutionskunst von ihr lernen. Das künstlerische Experiment indessen findet innerhalb der subventionierten Häuser statt», schreibt die Autorin, die sich ansonsten in ihrem Text mit Förderstrukturen für freies Theater befasst. Das ist überraschend.
Lange Zeit hat sich die Theaterszene – und nicht nur die freie! – genau das Gegenteil erzählt, nämlich, dass Innovation in der Freien Szene passiert: Impulse, die das Stadttheater dann gerne aufgreift und in größeren (auch) Qualitätsdimensionen reproduziert. Haiko Pfost, Sie haben sehr lange für verschiedene Festivals und am freien Wiener Produktionshaus brut gearbeitet und verantworten ab diesem Jahr das renommierte Freie-Szene-Festival Impulse in NRW. Was halten Sie von dieser These?
Haiko Pfost Ich habe ein bisschen Schwierigkeiten damit. Effizienz und Internationalität in der Freien Kunst – ja, ich sehe aber auch das Gegenteil. Ortsspezifisches, lokal gebundenes Arbeiten ist und war immer ein wichtiges ...
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Theater heute Juli 2018
Rubrik: Das Gespräch, Seite 18
von Eva Behrendt und Franz Wille
Die vermeintlich großen Dramen des kleinen Menschen führen zu vielen Absurditäten im Leben, und manchmal haben sie extreme Folgen. Die meisten Theaterstücke erzählen aber im Kern nicht von Mord und Totschlag, nicht von Glückseligkeit, vom Himmel auf Erden, sondern davon, was Menschen alles aushalten, wie sie das durchstehen, was ihnen unerträglich scheint. Das...
Bonn, Theater
5. Projekt, Giraffentheater
R. Nadine Schwitter (Jugendclub)
Düsseldorf, Schauspielhaus
15. Kaczmarczyk, Boys don’t cry and girls just want to have fun (U)
R. André Kaczmarczyk
Duisburg, Theater
9. nach Shakespeare, Love is not Love
R. Tim Zielke (Jugendclub)
Esslingen, theater
7. Preußler, Hörbe mit seinem Freund Zwottel
R. Jonas Weber
Heilbronn,...
Die mehr als 200 Seiten der Hebbelschen Trilogie könnte man an drei aufeinanderfolgenden Tagen oder in einer langen Nibelungennacht spielen. Jeder Teil wäre ein Drama für sich und würde etwa drei Stunden dauern. In Mainz, wo es der Deutschen liebsten Blut- und Ehre-Mythos derzeit in der sprachmächtigen und psychologisch aufgefrischten Neudichtung Friedrich Hebbels...
