Die Wüste von Straubing
Fanny hat wieder einmal eine aktuelle Lösung für ihr altes Problem gefunden: Jusuf Mummadir, ein Ägypter und Muslim mit dickem Auto und fließendem Franz-Beckenbauer-Deutsch, könnte die von vielen Männern und ebenso vielen Enttäuschungen sichtlich gezeichnete Straubinger Wirtstochter endlich in die ersehnte Ehe führen. Vorher muss nur der interkulturelle Dialog zwischen der niederbayerischen Familie und dem Sohn des Morgenlands etwas vertieft werden.
Gar nicht so schwer, man versteht sich sofort: Papa Brodler-Wirt ist auch für Vielweiberei und strenges Patriarchat, zumal ihn seine Gattin, die resolute Brodlerin, schon lange nicht mehr für voll nimmt. Nachdem auch noch geklärt ist, dass Allah das eine oder andere Weißbier durchgehen lässt und selbst der Schweinebraten kein unüberwindliches Hindernis zwischen den Kulturen darstellt, macht sich der Brodler auf den Weg ins gelobte Land der beschränkten Machos nach Kabul und eröffnet ein Bräustüberl. Die Sache endet wie alle Klamotten: Der verehrte Jussuf entpuppt sich als Hochstapler, die Kabuler Dependance scheitert am Heimweh, und alle Arbeit bleibt wie immer an der Brodlerin und ihrer Tochter hängen. Bis es allerdings soweit kommt, ...
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Das Burgtheater feiert Geburtstag. Im Herbst vor genau fünfzig Jahren wurde das im Krieg ausgebrannte Haus wieder eröffnet. Aus gegebenem Anlass stehen in der Jubiläumsspielzeit 05/06 dieselben vier Stücke wie damals auf dem Spielplan. Die Geschenkidee ist nicht sonderlich originell, aber naheliegend: Ein Theater feiert Jubiläum, indem es das macht, was es ohnedies...
In Mannheim nimmt man es mit den Jahreszeiten nicht so genau. Deshalb kann auch mitten im Winter plötzlich der Herbst ausbrechen. Oder wieder Sommer werden. Der fällt allerdings in der Uraufführung von Rebekka Kricheldorfs «Landors Phantomtod» genauso trist aus wie besagter Herbst. Überall totes Laub und Menschen mit Regenschirmen und -mänteln, die in einer...
Zwei Filme im Panorama-Programm, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: «Absolute Wilson», ein Glamour-Film über ein Glamour-Genie, und «Hamburger Lektionen», die spröde Dokumentation eines gesellschaftlichen Tatbestands, von dem man, außer dass er existiert, nichts weiß. Beide Filme wollen Informationen weitergeben und bedienen sich der jeweils angemessenen...
