Die Wüste von Straubing

Jörg Graser «Servus Kabul»

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Fanny hat wieder einmal eine aktuelle Lösung für ihr altes Problem gefunden: Jusuf Mummadir, ein Ägypter und Muslim mit dickem Auto und fließendem Franz-Beckenbauer-Deutsch, könnte die von vielen Männern und ebenso vielen Enttäuschungen sichtlich gezeichnete Straubinger Wirtstochter endlich in die ersehnte Ehe führen. Vorher muss nur der interkulturelle Dialog zwischen der niederbayerischen Familie und dem Sohn des Morgenlands etwas vertieft werden.

 

Gar nicht so schwer, man versteht sich sofort: Papa Brodler-Wirt ist auch für Vielweiberei und strenges Patriarchat, zumal ihn seine Gattin, die resolute Brodlerin, schon lange nicht mehr für voll nimmt. Nachdem auch noch geklärt ist, dass Allah das eine oder andere Weißbier durchgehen lässt und selbst der Schweinebraten kein unüberwindliches Hindernis zwischen den Kulturen darstellt, macht sich der Brodler auf den Weg ins gelobte Land der beschränkten Machos nach Kabul und eröffnet ein Bräustüberl. Die Sache endet wie alle Klamotten: Der verehrte Jussuf entpuppt sich als Hochstapler, die Kabuler Dependance scheitert am Heimweh, und alle Arbeit bleibt wie immer an der Brodlerin und ihrer Tochter hängen. Bis es allerdings soweit kommt, ...

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Theater heute April 2006
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Franz Wille

Vergriffen
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