Der schärfste Macker im Viertel
Andreas Dresen hat sich früher einmal, in seinem höchst erfolgreichen Experimentalfilmer-Alltag, noch mit einer «halben Treppe» irgendwo in Ex-Ost-Deutschland an der Oder zufrieden gegeben. Jetzt macht er gerade Oper in Basel am Rhein, und da wird er unweigerlich zum monumentalistischen Gesamtkunstwerker. Klar hat ihn die halbe Treppe damals wie kein weiterer Film fürs Musiktheatralische qualifiziert, «Halbe Treppe» lebte ja eigentlich genauso vom Einsatz einer Band, die sich die «17 Hippies» nannten, wie von der Geschichte und den Schauspielern.
Es war so eine Art verdünnter Marthaler. Nicht gerade rasend spannend, aber schon etwas liebenswürdig Eigenes.
Müdes, ausgewaschenes Deutschland auf der Suche nach ein bisschen Zärtlichkeit halt. Und jetzt ist er im Jahre Mozart also dem «Don Giovanni» über den Weg gelaufen. Stolzes Spanien der unstillbaren Begierden.
Dresen erzählt die Geschichte jetzt so: Der Don (Thomas J. Mayer) ist ein Raubtier der Großstadt, ein Regelloser, auch irgendwie Stilloser, ein grimmiger Aufsteigerprolet, der Bier trinkt, Fastfood verschlingt, Väter tötet, Töchter niedermäht, sie sogar mitten aus ihrer Hochzeit in sein Bett redet, der schärfste und ...
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Der Kritiker über sich
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