Hass und Glamour
Zwei Filme im Panorama-Programm, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: «Absolute Wilson», ein Glamour-Film über ein Glamour-Genie, und «Hamburger Lektionen», die spröde Dokumentation eines gesellschaftlichen Tatbestands, von dem man, außer dass er existiert, nichts weiß. Beide Filme wollen Informationen weitergeben und bedienen sich der jeweils angemessenen Form, im ersten Fall ist das, was man lernt, interessant, im zweiten wahrhaft atemberaubend.
«Absolute Wilson» ist der Versuch, aus acht Stunden Material einen 100-Minuten-Film zu machen, der, in der Diktion des Meisters, auch «The Life and Times of Robert Wilson» heißen könnte. Regisseurin Katharina Otto-Bernstein hat in aufwendiger Vorarbeit viele Dokumente vor allem zum frühen Wilson zusammengetragen, die größtenteils unbekannt, manchmal auch verschollen geglaubt waren. Der weite Weg des stotternden Jungen aus Waco, Texas, zum einflussreichsten Theatervisionär der Gegenwart ist sensibel und kenntnisreich dargestellt, immer wieder werden biografische Spuren in den verschiedenen Phasen des Gesamtwerks aufgezeigt. Kunst und die Beschäftigung mit ihr erscheint als fulminante Heilmethode, die nicht nur Wilsons eigenes Leben ...
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