Hass und Glamour

«Absolute Wilson» und «Hamburger Lektionen»: Romuald Karmakar lässt Manfred Zapatka die Predigten eines Imams sprechen

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Zwei Filme im Panorama-Programm, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: «Absolute Wilson», ein Glamour-Film über ein Glamour-Genie, und «Hamburger Lektionen», die spröde Dokumentation eines gesellschaftlichen Tatbestands, von dem man, außer dass er existiert, nichts weiß. Beide Filme wollen Informationen weitergeben und bedienen sich der jeweils angemessenen Form, im ersten Fall ist das, was man lernt, interessant, im zweiten wahrhaft atemberaubend.

«Absolute Wilson» ist der Versuch, aus acht Stunden Material einen 100-Minuten-Film zu machen, der, in der Diktion des Meisters, auch «The Life and Times of Robert Wilson» heißen könnte. Regisseurin Katharina Otto-Bernstein hat in aufwendiger Vorarbeit viele Dokumente vor allem zum frühen Wilson zusammengetragen, die größtenteils unbekannt, manchmal auch verschollen geglaubt waren. Der weite Weg des stotternden Jungen aus Waco, Texas, zum einflussreichsten Theatervisionär der Gegenwart ist sensibel und kenntnisreich dargestellt, immer wieder werden biografische Spuren in den verschiedenen Phasen des Gesamtwerks aufgezeigt. Kunst und die Beschäftigung mit ihr erscheint als fulminante Heilmethode, die nicht nur Wilsons eigenes Leben ...

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Theater heute April 2006
Rubrik: Medien/TV, Seite 74
von Renate Klett

Vergriffen
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Eine Leiche im Keller belebt jedes Drama. Und wenn das Stück unbeerdigte Vergangenheit da unten auch noch von historischer Verstrickung erzählt, dann braucht man sich um die exemplarische Bedeutsamkeit fast schon keine Sorgen mehr zu machen. Fast. Denn nicht alle Vergangenheiten sind gleich, und die jüngste ist nicht immer die explosivste. Jedenfalls nicht im...

Notizen

Gute Werke!

Sieben neue Stücke, die wichtigsten deutschsprachigen Uraufführungen der letzten zwölf Monate, zeigen ab 13. Mai wieder die Mülheimer Theatertage. Ausgewählt wurden in diesem Jahr aus etwa 150 Werk-Premieren: Händl Klaus «Dunkel lockende Welt» (Münchner Kammerspiele), Elfriede Jelinek «Babel» (Burgtheater Wien), Gert Jonke «Die versunkene Kathedrale»...

Ein Artefakt vom ersten Satz an

Barbara Burckhardt Seit Ihrem Episodenfilm «Lichter» (s. TH 4/03) haben Sie verstärkt und wohl mehr als jeder andere deutsche Filmregisseur mit Theaterschauspielern gearbeitet. Manche haben Sie erst fürs Kino entdeckt, wie August Diehl für das Hacker-Drama «23», der auch in «Lichter» spielte, zusammen mit Devid Striesow, den wir vorher auch nur aus dem Theater...