Grobiane und Westenträ

Büchner «Dantons Tod», Wilde «Der ideale Gatte»

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Die Revolution ist ein ambulanter Zustand. Sie duldet kein Sich-Einrichten. Ihre Führer sitzen am besten auf gepackten Kisten – wartend wie auf die lange Bank geschoben für einen kurzen Prozess, der ihnen gemacht wird. Wenn sich mit pathetischer Geste der rote Vorhang rafft, liegt die Bühne des Schauspielhauses Bochum im Dunkel. Die Konturen eines zu Paaren geordneten Gruppenbildes sind erkennbar, mehr nicht; ganz zart und zaghaft klingt ein Volkslied an: «Komm, ende meine Not, sonst hilft mir nur der Tod.» Zur Ouvertüre ist der Grabgesang angestimmt – «Dantons Tod» als Requiem.

 

Nachdem es hell wurde, erblicken wir einen Lagerraum, den der Intendant Elmar Goerden als Ausstatter mit etlichen Umzugsutensilien gefüllt und aus Pressspan errichtet hat. Alles verpackt, provisorisch und «fragile». Um Zeiten wie diese heil durchzustehen, braucht es robuste Naturen. Andere können leicht zerbrechen. Die Kombattanten um Danton scheinen schon einen Knacks weg zu haben. Die Kisten und Kästen erinnern an Särge. Aber weil sich bei Grab auch ein Reim auf Schoß machen lässt, sind die Männer eifernd damit beschäftigt, den sich spreizenden Grisetten und Dirnen, die sich selbst wie erotische ...

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Theater heute April 2006
Rubrik: Chronik, Seite 45
von Andreas Wilink

Vergriffen
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