Die Wahrheit der Imagination
Verdammt, sie spricht ja Hindi!» Eine blasse blonde Engländerin beschämt in dem Bollywood-Film «Rang de Basanti – Die Farbe Safran» die jungen Männer von Delhi. Sie interessiert sich mehr für die indische Kolonialgeschichte als die Studenten, die sich über ihr eigenes Land lustig machen und nur davon träumen, in die USA zu gehen.
Sue kommt aus London, aus dem Zentrum des ehemaligen Empire. Sie hat die Tagebücher ihres Großvaters im Gepäck. Er hatte zu Beginn des 20.
Jahrhunderts die britische Kolonialordnung durchzusetzen und erlebte dabei, wie opferbereit und unerschrocken echter Patriotismus sein kann. Sue möchte nun einen Film über diese Zeit drehen, und die Studenten, mit denen sie es zu tun bekommt, sind ihre erste Besetzung für die Hauptrolle der historischen Helden.
Kunstvoll werden so zwei Epochen zueinander in Beziehung gesetzt: Das traditionelle Indien, dem die westliche Moderne aufgezwungen wurde, und das (post)moderne Indien, das seine Traditionen ignoriert. Damit ist auch die Problemstellung des indischen Mainstream-Kinos umrissen, das ständig bestrebt ist, lokale und globale Einflüsse miteinander zu vermitteln und in die Form einer breit angelegten Choreografie zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heuteWir haben hier um den Tisch vier Theater- und Festivalleiter versammelt – aus Kolumbien, Russland, Pakistan und Südafrika. Sie haben 14 Tage lang auf Einladung des Goethe-Instituts die Aufführungen des diesjährigen Theatertreffens in Berlin sehen können. Wie erscheint die deutsche Theaterlandschaft dem fremden Blick? Welche Differenz nehmen Sie zum...
Inzwischen hat auch Kaiser Franz bemerkt, dass etwas nicht stimmt. «Beim Fußball halten zu viele die Hand auf», hat Beckenbauer messerscharf erkannt. Alle seien verwickelt. Manager, Trainer, Präsidenten, Politiker: «Man sollte über die Grenze des Geldverdienens reden.» Er muss es ja wissen. Franz Beckenbauer verkörpert schließlich den deutschen Fußball in seiner...
Nichts mischt eine abgelaschte Party so auf wie der Einbruch des echten Lebens. Auf einer Dachterrasse bemühen sich fünf Leute (zwei Paare und ein Single) vergeblich um Geselligkeit und finden erst zusammen, als das nachbarliche Ehepaar bei offenem Fenster (und Licht!) übereinander herfällt – das ist die Situation von Meike Haucks Stück «Hund frisst Gras».
Die...
