Die Gestrandeten der Geschichte
Es schwimmt eine Barke in Richtung Europa. Auf ihr: ein Berg Leichen und ein Überlebender mit dem sonderbaren Namen Erdonidus Amandéü (Mathieu Montanier). Ein halbnackter, hagerer Mann im langen Hosenrock, ein Verlorener zwischen den Welten. Er ist auf der Flucht. Und er hat Schiffbruch erlitten. Wie Tausende andere vor ihm –beispielsweise das französische Kolonialschiff «Méduse», das Anfang des 19. Jahrhunderts vor dem Senegal auf Grund lief. Seine Besatzung rettete sich auf ein viel zu kleines Floß, trieb auf dem Meer und verspeiste sich gegenseitig.
Der Rest ist Kunstgeschichte: 1818/19 malte Théodore Géricault das berühmte Gemälde «Floß der Medusa».
Große Wanderbewegungen
Der kongolesische Autor, Regisseur und Schauspieler Dieudonné Niangouna, ein hochbegabter Tausendsassa, der zwischen Brazzaville und Paris pendelt, und der sein Theater einst erfand, um der Waffengewalt des Bürgerkriegs im Kongo etwas entgegenzusetzen, erzählt in seinem neuen Stück «Nkenguégi» Migrationsgeschichten. Beim Festival «Afropean Mimicry and Mockery» am Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm zeigte er es – nach seiner Uraufführung in Lausanne – erstmals in Deutschland. Mit beiläufiger Virtuosität, ...
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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 58
von Esther Boldt
Verdienen wir überhaupt, glücklich zu sein?» Alexander, der wortkarge Typ vom Nachbargrundstück, hieß in Tschechows Originalversion der «Drei Schwestern» noch mit Nachnamen Werschinin, war russischer Offizier und bedauernswerter Gatte einer kranken Ehefrau, die er am Ende doch nicht mit den Kindern allein lassen wollte, obwohl ihm das Liebesglück für ein paar...
Strahlend, freundlich, hell ist hier alles, eine Utopie scheint wahr geworden. Schwere Leiden und Schmerzen gibt es nicht mehr, Traurigkeit ist überflüssig. Doch die Leichtigkeit und Schönheit des Science-Fiction-Szenarios von Konstantin Küspert entzaubert sich, wenn man zu ahnen beginnt, was hier eigentlich abgeht.
Die Lebensfreude basiert auf einer Art Neufassung...
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