Die verschworene Truppe
Je länger ich über dieses schöne französische Wort Ensemble nachdenke und vor allem darüber, was es meint, umso unwirklicher wird es für mich. Ich habe mehr Fragen als Antworten.
Gab es je schon einmal wirklich ein Ensemble? Ist Ensemble überhaupt möglich? Oder ist es ein Sehnsuchtsbegriff, ein Unerreichbarkeitswort, wie Freiheit, Glück, Frieden?
Ich habe in meinem bisherigen Leben zu mehreren sogenannten Ensembles gehört, zu dem des Staatstheaters Schwerin (25 D/H) als Schauspieler, zu dem des Deutschen Theaters Berlin als Schauspieler (40 D/H) und Regisseur, habe einige Jahre das des Rheinischen Theaters Neuss (15 D/H) als Oberspielleiter geleitet, sowie das der Neuen Bühne Senftenberg (18 D/H) als Intendant. In Rostock am Volkstheater leite ich als Intendant erstmalig vier künstlerische Ensembles (130 D/H) (im Aufbau befinden sich noch Bürgerbühne und Figurentheater).
Eigentlich empfinde ich gerade als Intendant eines Mehr-Sparten-Theaters die komplette Belegschaft als ein zu verantwortendes, zu entwickelndes und zu verteidigendes Ensemble – und mich als dessen Teil.
Geht es aber wirklich, Gleicher unter Gleichen zu sein, wenn es Gleichere gibt? Der Begriff Ensemble erscheint ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Ensemble-Konsens, Seite 71
von Sewan Latchinian
Ein Schlüsselstein der neuen Basler Dramaturgie ist Darja Stockers neues Stück. Mit «Nirgends in Friede. Antigone» befragt die Schweizer Dramatikerin einerseits das Narrativ des antiken Mythos neu, andererseits dient ihr die sophokleische Tragödie auch als metaphorische Folie, um die Herrschaftslogik der gegenwärtigen Welt- bzw. Europapolitik in Frage zu stellen....
Gestern war Verabschiedung. Sandro Tajouri und Sebastian Schindegger verlassen zum Ende der Spielzeit das Ensemble, beide aus persönlichen Gründen und schweren Herzens. Da standen dann nach der gestrigen Vorstellung vierzig, fünfzig Menschen auf dem Theaterhof und begrüßten die beiden johlend und mit Wunderkerzen in der Hand. Sascha von der Beleuchtung hatte einen...
Immer wieder fällt das Wort Zombie. Und ein anderes: Gespenst. Von «eiskalten weißen Gespenstern» und «Seelen ohne Körper, die besessen sind, ihr (weißes) Erbgut weiterzugeben» ist da unter anderem die Rede. Und von Massen von schwarzen Zombies. Leichenberge, die wie Eisberge im Mittelmeer schwimmen. Nur dass es im Mittelmeer keine Eisberge gibt und stattdessen...
