Die Technik des Glücks
Die Geschichtenerzähler machen weiter, die Autoindustrie macht weiter, die Arbeiter machen weiter, die Regierungen machen weiter, die Rock’n’Roll-Sänger machen weiter, die Preise machen weiter, das Papier macht weiter‚ die Tiere und Bäume machen weiter, Tag und Nacht machen weiter, der Mond geht auf, die Sonne geht auf, die Augen gehen auf.» Fast dreißig Jahre ist es her, Sommer 1974, dass Rolf Dieter Brinkmann seinen Gedichten «Westwärts 1 & 2» diese Sätze vorausschickte.
Jetzt kann man diese Gedichte und ein paar, die man noch nicht kannte, wieder lesen in einer schönen Neuauflage.
Armin Petras in seiner Dankrede zum Lessing-Preis: «Vielleicht gibt es den Auftrag, einfach weiterzumachen, weiter in der Gegenwart zu suchen, Verhältnisse, Bilder, Verläufe zu kopieren und diese auf der Bühne nachzuformen, so nachzuerzählen und zu verdichten, dass durch ihren Anblick, ihr Erleben etwas im Betrachter ausgelöst wird – ich würde dieses Etwas Distanz und Engagement nennen. Die Distanz zum eigenen Leid, zur persönlichen Lebensangst auf der einen Seite und das Mitgefühl – also die Sehnsucht nach Tätigsein an dieser Welt – auf der anderen. Ich schlage vor, das Projekt des Schreibens der ...
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Theater heute Jahrbuch 2005
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 158
von Michael Börgerding
Der Wunsch, einen eigenen Tod zu haben, wird immer seltener. Eine Weile noch, und er wird ebenso selten sein wie ein eigenes Leben. Man stirbt, wie es gerade kommt; man stirbt den Tod, der zu der Krankheit gehört, die man hat (denn seit man alle Krankheiten kennt, weiß man auch, dass die verschiedenen letalen Abschlüsse zu den Krankheiten gehören und nicht zu den...
Als der englische Bankier Henry Hoare in den Jahren nach 1740 seinen Traum einer heroischen Idylle ohne Wiederkehr in der Park- und Seenlandschaft von Sourhead zu verwirklichen begann, gehörte der Bau einer aus mehreren Höhlen errichteten Grotte zu diesem Entwurf eines künstlichen Paradieses. Eine Welt wie vom Anbeginn der Zeiten, als die Menschen noch mit den...
München gilt als chic, das Ruhrgebiet als bodenständig, und aus Mecklenburg-Vorpommern wandern angeblich alle unter fünfzig aus. Jeder Region ist ein Image zugewachsen, das sich hartnäckig hält. Aber wie entsteht das Flair einer Stadt? Wieso hat man in manchen Städten das Gefühl, alle Bewohner sitzen den ganzen Tag entspannt in Cafés, an anderen Orten aber riecht...
