Die Sprache des Regens
Es regnet. Eine Tochter kommt nach Hause. Das heißt, vielmehr kehrt sie zurück in das Haus ihrer Kindheit. Das Haus, das Karens Vater mit eigenen Händen aufgebaut hat. Das Haus, das sich wie eh und je inmitten eines dichten Waldes hoch über dem Tal gegen den Hang stemmt und in dem er noch immer wohnt. Es regnet bereits seit Tagen, und durch jeden Riss und jede Schwachstelle sickert das Wasser, bahnt sich seinen Weg. Feuchtigkeit ist in die Wände gekrochen, sodass sich die Tapete abzulösen beginnt.
Die Vergänglichkeit, die Karen seit ihrer Ankunft in diesem Haus in aller Deutlichkeit entgegentritt, macht nicht nur vor den von Menschenhand geschaffenen Strukturen keinen Halt, auch der Mensch selbst ist ihr unterworfen. Und so muss Karen feststellen, dass die Demenz ihren Vater Harald schon fest im Griff hat. Ein vergessener Topf, der auf dem Herd glüht. Plötzlich auftretendes aggressives Verhalten gegenüber den Mitmenschen. Orientierungslosigkeit sogar in seiner vertrauten Umgebung. Die Situation ist unhaltbar, so viel ist klar. Und dann ist da die immer drängendere Frage, ob der Hang halten wird.
In seinem neuen Stück «So langsam, so leise» nimmt der Autor Björn SC Deigner Abschied ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 148
von Lukas Schmelmer
Chor Sie
Dienerin meinen Sie ich könnte auch studieren die qualvollen Erinnerungen an den Schmutz das Elend die Niedrigkeit alles dessen was mir nahe ist nimmt mir die Kraft zur Auflehnung gegen das scheinbar Unabänderliche ich habe mich ja der eigenen Liquidation preisgegeben
Chor man muss nicht jede Mode mitmachen
Dienerin Ach ja Sie sind die Erste die mir...
Nein, Joseph Schumpeters affirmative Theorie vom Wirken der disruptiven Kräfte im Kapitalismus steht nicht im Zentrum von Thomas Melles Überschreibung und Neudichtung der «Bakchen» nach dem Urmuster von Euripides. Dennoch kann diese mitgedacht werden, wenn der Autor befragt, was das Dionysische sein und wofür es heute stehen könnte. Und natürlich kommt auch diese...
Man kann die Frage stellen, ob Zukunftsforschung überhaupt enden kann. Zukunft ist immer, auch morgen wieder. Für uns als künstlerisches Team des ITZ endet nun aber eine siebenjährige Etappe. Das «Institut für theatrale Zukunftsforschung» haben wir 2018 im Tübinger Zimmertheater gegründet. Das Akronym ITZ versteckt sich also sowohl im Programmatischen wie auch in...
