Tanzen? Singen?
Wie halten Sie sich unter diesen Umständen bei Laune?
Am schönsten wäre natürlich, ich könnte antworten: Ich gehe tanzen! Tanzen macht gute Laune, das versteht jeder. Die Bewegung, die Musik, die Nähe zu anderen Menschen – Tanzen ist das schönste, sinnlichste Programm gegen all die Plagen des Alltags und den tagtäglichen Nachrichten-Horror. Leider tanze ich nicht. Früher, ja – aber meine Berghain-Jahre und Robert-Johnson-Zeiten (der coole Frankfurter Club) sind vorbei. Ich vermisse sie nicht wirklich.
Und nun zu Tango-Abenden zu gehen, als Anfänger? Ach nein, da käme ich mir doch arg fehl am Platze vor.
Ich singe! Das wäre die zweitschönste Antwort: Wir haben einen Theater-Chor gegründet, da singen wir alle zusammen gegen die uns herunterziehende Gegenwart und das Dystopie-Gefühl an! Aber auch das wären Fake-News. Ich bin zwar musikalisch, stehe nicht ohne Musik auf und gehe nicht ohne sie schlafen. Und die Idee mit dem Theaterchor gibt es wirklich. Aber ich kann nicht schön singen und tu es auch nicht. Mehr als ein Trost ist, dass meine kleinste Tochter im Kinderchor der Komischen Oper tatsächlich singt. Und mir regelmäßig vorsingt! «Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Cheering up, Seite 97
von Oliver Reese
Nein, Joseph Schumpeters affirmative Theorie vom Wirken der disruptiven Kräfte im Kapitalismus steht nicht im Zentrum von Thomas Melles Überschreibung und Neudichtung der «Bakchen» nach dem Urmuster von Euripides. Dennoch kann diese mitgedacht werden, wenn der Autor befragt, was das Dionysische sein und wofür es heute stehen könnte. Und natürlich kommt auch diese...
In diesen düsteren Zeiten hat mich unser vierwöchiges Sportfest am Ballhaus Ost sehr glücklich gemacht. Es begann mit der Magie des Theatersaals, der sich mit bunten Linien auf dem Parkett, Netzen und Stadionleuchten in eine Sporthalle verwandelt hat – und dann mit kleinen Bühnenbildern, Lichtstimmungen wieder zu einem Theater wurde, aber eben zu einem...
Ich fühle», sagt MR01 in Emre Akals neuem Text. «Ich fühle Sehnsucht. Ich fühle Liebe. Ich fühle Schmerz.» Eine Stimme, sanft, empathisch, ein Versprechen von Nähe. Doch was fühlt da wirklich? Wer spricht hier? MR01 ist kein einzelner Körper, keine fest umrissene Figur, sondern eine künstliche Intelligenz. Ein System, das sich materialisiert: als Mutter, als...
