Die sogenannte Systemfrage
Dies kann nur ein Artikel über Vergesslichkeit werden, denke ich. Da kommt jemand, baut einen Marx-Popanz auf, den er dann öffentlich ersticht, als wäre er der erste Kritiker. Was erzählt uns Herzinger über Marx? Er wäre widersprüchlich und totalitär, ressentimentgeladen und Antisemit, dem theoretischen Gehalt seines Hauptwerkes «Das Kapital» könne man quasi die Luft rauslassen und erhielte bloß Marxens Hass auf die Moderne.
Nichts dahinter!
Die «Lösung der Judenfrage», die Herzinger kontextlos am Ende anbringt, erinnert unsere heutigen Ohren nur noch an nationalsozialistische Diktion und nicht an eine Debatte des 19. Jahrhunderts – Marx also ein Vorbereiter des Holocaust?, könnte man genauso perfide zurückfragen. Geht es wirklich so einfach? Beziehungsweise sind die Marxschen Werke so gefährlich, dass man mit diesen Keulen kommen muss, um sie zu erschlagen? Eines ist sicher, die Kapitalschulung, die wir im Untertitel zum Artikel versprochen bekommen, erhalten wir weder bei Herzinger noch bei Kluge.
Fangen wir wieder von vorne an?
Ja, denken wir einen Moment nach über die allgemeine Vergesslichkeit, mit der wir konfrontiert sind. Ulrich Peltzers Artikel in der «taz» von Ende ...
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Nicolas Stemann: Verstecken spielen
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