Die sogenannte Systemfrage
Dies kann nur ein Artikel über Vergesslichkeit werden, denke ich. Da kommt jemand, baut einen Marx-Popanz auf, den er dann öffentlich ersticht, als wäre er der erste Kritiker. Was erzählt uns Herzinger über Marx? Er wäre widersprüchlich und totalitär, ressentimentgeladen und Antisemit, dem theoretischen Gehalt seines Hauptwerkes «Das Kapital» könne man quasi die Luft rauslassen und erhielte bloß Marxens Hass auf die Moderne.
Nichts dahinter!
Die «Lösung der Judenfrage», die Herzinger kontextlos am Ende anbringt, erinnert unsere heutigen Ohren nur noch an nationalsozialistische Diktion und nicht an eine Debatte des 19. Jahrhunderts – Marx also ein Vorbereiter des Holocaust?, könnte man genauso perfide zurückfragen. Geht es wirklich so einfach? Beziehungsweise sind die Marxschen Werke so gefährlich, dass man mit diesen Keulen kommen muss, um sie zu erschlagen? Eines ist sicher, die Kapitalschulung, die wir im Untertitel zum Artikel versprochen bekommen, erhalten wir weder bei Herzinger noch bei Kluge.
Fangen wir wieder von vorne an?
Ja, denken wir einen Moment nach über die allgemeine Vergesslichkeit, mit der wir konfrontiert sind. Ulrich Peltzers Artikel in der «taz» von Ende ...
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Die Quellenlage ist beim Mythos immer ein Problem. Zum Beispiel im Fall des Kreterkönigs Idomeneus: Wie war es denn nun, kurz nach dem Fall Trojas in stürmischer Nacht nicht weit der Heimat, als von den 80 Schiffen des Königs 79 ins Seemannsgrab fuhren und Idomeneus selbst dem Wellen- und Donnergott Poseidon das Versprechen gegeben haben soll, als Preis für seine...
Eigentlich dürfte er sich auf den Lorbeeren ausruhen, die er als Dramatiker, Dissident und Präsident erlangt hat. Müsste nicht mehr zu seinen Premieren anreisen und gute Miene zum schlechten Spiel machen. Könnte ja auch die Füße hochlegen und Gedichte schreiben. Will Václav Havel aber nicht!
Vor rund 20 Jahren hat er zuletzt ein Stück präsentiert, nun kehrt der...
Ein Ausrufezeichen warnt: Ab 18 Jahren! Furchterregend auch, wie der Kollege der «Frankfurter Rundschau» seinen Premierenbericht aus Signas neuestem Paralleluniversum überschrieb: «Frauen treten». Will man das? Schwer verschüchtert betritt frau zwei Wochen später den Spielort, eine «berüchtigte» Travestie-Bar am Kölner Heumarkt, die vor einem Jahr geschlossen...
