Love is a losing game
Ein Ausrufezeichen warnt: Ab 18 Jahren! Furchterregend auch, wie der Kollege der «Frankfurter Rundschau» seinen Premierenbericht aus Signas neuestem Paralleluniversum überschrieb: «Frauen treten». Will man das? Schwer verschüchtert betritt frau zwei Wochen später den Spielort, eine «berüchtigte» Travestie-Bar am Kölner Heumarkt, die vor einem Jahr geschlossen wurde.
Hier haben Arthur Köstler und Signa Sörensen, das dänisch-österreichische Performer-(Ehe-)Paar, das vor einem Jahr mit seiner Langzeit-Installation «Die Erscheinungen der Martha Rubin» Karin Beiers Kölner Neustart bis zum Theatertreffen nach Berlin trug, die «Hades-Fraktur» angerichtet; im Rotlicht-Schummer kleiner Nuttenzimmer, von Thomas Bo Nilsson detailfreudig dekoriert mit trashigen Ersatzglückseligkeiten vom Nylon-Plüsch über Nippes-Kitsch bis zur Kippen-Ansammlung auf düsteren Fluren.
Auf Punktejagd in der Unterwelt
Was wie ein Puff aussieht, soll nicht weniger als den Vorhof der Hölle darstellen: das finstere Reich des charmant gefährlich österreichelnden Hades (Arthur Köstler persönlich, adrett mit schwarzer Haartollenperücke), der dort mit seiner Gattin Persephone, der gelangweilten Signa im ...
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Richard Herzinger wettert in seinem Essay (mit reichlich Schaum vor dem Mund) dagegen, dass die drei blauen Bände des «Kapitals» heute wieder gelesen und diskutiert würden, dass sie wieder «salonfähig» seien – er tut ja geradezu so, als sei es «Mein Kampf», toxisches Material, das man verbieten muss. Argumentativ bezieht er sich allerdings so gut wie gar nicht auf...
Wir haben halt nicht mehr so viel Zeit. Wer kann sich noch über Tage an einer Tausend-Seiten-Romanwelt sattlesen? Eine Zürcher Zeitung hat gerade viel Erfolg mit einer literarischen Sättigungsbeilage, die sie «GetAbstract» nennt: «Werther», Flaubert, die «Gefährlichen Liebschaften» auf ein paar A5-Seiten! Da liegt Barbara Weber goldrichtig mit ihrem...
Bei Theaterkongressen, auf denen er in Europa die Entstehung seines «Theaters der Unterdrückten» nachzeichnete, erzählte Augusto Boal gern folgende Geschichte: «Im letzten Akt des selbstgeschriebenen Bauerndramas, das wir im Nordosten auf Lastwagenrampen spielten, sangen wir, das Gewehr fest umklammert: ‹Unser Blut für die Freiheit. Unser Blut für unseren Grund...
