Die Schweiz und mehr
Queerfeministische Power und sanft humanistische Komödiantik: Mit der Wahl von Pınar Karabulut und Rafael Sanchez zu seinen neuen regieführenden Kointendant:innen beweist das Zürcher Schauspielhaus eine Lust auf so starke wie stark unterschiedliche Handschriften. Mit Inszenierungen von Marie Schleef und Claudia Bossard in der Auftaktwoche spannte sich der ästhetische Fächer gleich noch weiter auf.
Herauszustreichen ist dabei die bemerkenswerte Frauenquote bei der Regie, drei von vier, eine (nicht mal groß angekündigte) Tendenz, die sich im Zürcher Spielplan erfreulich fortsetzen wird.
«Blösch», «Are You Ready To Die», «Graf Öderland». Rafael Sanchez startete mit einer helvetischen Charmeoffensive, Marie Schleef setzte tags darauf den Kontrapunkt mit Slow Motion aus der Todeszelle, Claudia Bossard widmete sich wiederum einem völlig anderen Schweizer Stoff, Öderland, dem Mittelstandsbürger mit der Axt in der Hand. Kointendantin Pınar Karabulut stellte sich erst mal mit der Übernahme von «Like Lovers Do» von den Münchner Kammerspielen vor; ihre erste neue Inszenierung wird Ende November «Il Gattopardo» sein, der Antimoderne-Roman von Giuseppe Tomasi di Lampedusa, den Luchino Visconti ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Start, Seite 34
von Andreas Klaeui
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