Die Schweiz und mehr
Queerfeministische Power und sanft humanistische Komödiantik: Mit der Wahl von Pınar Karabulut und Rafael Sanchez zu seinen neuen regieführenden Kointendant:innen beweist das Zürcher Schauspielhaus eine Lust auf so starke wie stark unterschiedliche Handschriften. Mit Inszenierungen von Marie Schleef und Claudia Bossard in der Auftaktwoche spannte sich der ästhetische Fächer gleich noch weiter auf.
Herauszustreichen ist dabei die bemerkenswerte Frauenquote bei der Regie, drei von vier, eine (nicht mal groß angekündigte) Tendenz, die sich im Zürcher Spielplan erfreulich fortsetzen wird.
«Blösch», «Are You Ready To Die», «Graf Öderland». Rafael Sanchez startete mit einer helvetischen Charmeoffensive, Marie Schleef setzte tags darauf den Kontrapunkt mit Slow Motion aus der Todeszelle, Claudia Bossard widmete sich wiederum einem völlig anderen Schweizer Stoff, Öderland, dem Mittelstandsbürger mit der Axt in der Hand. Kointendantin Pınar Karabulut stellte sich erst mal mit der Übernahme von «Like Lovers Do» von den Münchner Kammerspielen vor; ihre erste neue Inszenierung wird Ende November «Il Gattopardo» sein, der Antimoderne-Roman von Giuseppe Tomasi di Lampedusa, den Luchino Visconti ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Start, Seite 34
von Andreas Klaeui
Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?» Die Grundfrage der Philosophie nach Martin Heidegger lässt sich profan beantworten, etwa von Physikern: Weil es den Urknall gab. Oder von Logikern: Die Frage ist falsch gestellt, das «Nichts» ist Quatsch, es gibt nur Prädikate von Seiendem. Oder aber vom Künstler: Es gibt etwas, weil es die Einbildungskraft...
Liebes Team des Theaterverlags, liebe Mitfeiernde, liebe zu Ehrende,
was für ein schöner Anlass für diesen Abend – der Raum voller Menschen mit ehrlicher Begeisterung für Kultur, für Berlins Bühnen und ihre fantastischen Ensembles: Drei Opernhäuser, sieben Spitzenorchester, ein Staatsballett, Dutzende Bühnen, Museen und Galerien, Festivals, Clubs und eine freie...
Kann man das? Will man das? Muss man es vielleicht sogar? Den großen blutigen Elefanten in unseren Köpfen, den Krieg, der nicht aufhört und immer näher heranschleicht, auf die Bühne bringen!? Wie kann das gehen, ohne banal oder blutrünstig zu werden? Scheitern erscheint hier nicht nur als Option, sondern fast vorprogrammiert, aber ein Versuch ist es wert, und sei...
