Die schwarze Katze des Theaters

Dreimal «Macbeth»: von Michael Thalheimer am Berliner Ensemble, Philipp Preuss am Staatstheater Nürnberg und Amir Reza Koohestani an den Münchner Kammerspielen

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Es gibt derzeit kaum ein Stück, das in derart simplen Lehren aufzugehen scheint wie «Macbeth» von Shakespeare. «Blut will Blut», wie es in der verdunkelten Fassung von Heiner Müller (aus dem Jahr 1972) heißt. Oder auch: «Himmel und Hölle haben einen Rachen / Mein Tod wird Euch die Welt nicht besser machen.» Allerorten wird gerade die Öffnung dieses Höllenrachens aufgeführt. Von Mord zu Mord. Und keine Rettung nirgends. Kein Malcolm, kein Macduff in Sicht, also keine Vertreter einer legitimen Ordnung, die aus dem Tyrannenmord wiederzugewinnen wäre. Nur der Kreislauf des Bluts.

Ein wenig wundert die Ballung von «Mac­beth»-Inszenierungen derzeit schon. Es ist politisch die Zeit der «starken Männer», sicher, der Rollback zu autoritärem Gehabe, zu ver­stiegenen Machtambitionen bedrückt das Weltgeschehen. Und doch wirkt ein «Richard III.» da passender, das Drama des verschlagenen Schmeichlers und Manipulators, das Drama des Fake. «Macbeth» ist ja eher ein Drama der Gewissennöte, das zeigt, wie die Schuld in einem hochkocht bis zum Wahnsinn, ein Drama der Erinnyen. Zumindest, wenn man es vom Werdegang des Helden her betrachtet. Aber wer hat schon Gewissensnöte?

Der Individualkonflikt des ...

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Theater heute Februar 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Christian Rakow

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