Die Satanslalle
Kommissar Schneider ermittelt. Aber was klärt er auf? Nichts. Verwirrung, Dimensionsverschiebung ist das Ziel. Helge Schneiders Krimis sind keine Whodunits, sondern Dschungelbücher, semantische Irrgärten aus der zur Banalität befreiten Phantasie.
Hatte Helge Schneiders verwirrtes Musical «Mendy, das Wusical» noch so etwas wie eine Handlung, wenn auch keinen Zusammenhang, so wird in seinem zweiten Bühnenwerk für das Bochumer Schauspielhaus die spezielle kriminalistische Kombinationslogik vollends zerstäubt, aufgelöst, verpufft.
«Beim SPD-Parteitag ist es in Bochum zu Ausschreitungen gekommen. Die Politiker sind ein paar Schritte im Park gegangen.» Kommissar Schneider antwortet auf diesen Scherz ernsthaft: «Wenn ich jetzt nicht über ihren Wortwitz lache, liegt es daran, dass ich zu hart bin für solche weichgezeichneten Humoresken. Ich ziehe harte, derbe, ja sogar schlimme Witze vor.» Diese derben Witze erweichen auch dem härtesten Helge-Schneider-Skeptiker das Hirn. Und die weichen Wortwitze erhärten den schlimmsten Verdacht: alles nur Blödsinn. Wer Selbstironie für ein Zeichen von Intelligenz hielt, wird hier belehrt. Man kann sich selbst auch ganz banal durch den Kakao ziehen, auf ...
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