Die Pointe stirbt zuletzt

Brüder Presnjakows «Vor der Sintflut»

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Die Russen sind endgültig im Westen angekommen. Moskau ist kapitalistischer, dynamischer und luxuriöser als jede deutsche Stadt. Auch die Provinz ändert sich, langsamer zwar, aber unaufhaltsam. Der vom Westen eingeklagte Mangel an Demokratie ist nicht das, was die meisten Russen bewegt. Längst ist auch der Normalbürger an das globale Geflecht der Waren- und Informationsströme angeschlossen.

Konsequenterweise geht es auch in den Texten russischer Autoren nicht mehr so sehr um die kuriosen und katastrophalen Verwerfungen der post-sowjetischen Ära, sondern zunehmend um die Krisen innerhalb der bürgerlichen Lebenswelt. Dennoch erwarten wir von einem russischen Gegenwartsstück dieses Besondere und Extreme, das wir in unserer eigenen Erfahrung und auch bei den neuen deutschen Dramatikern oft vermissen. 
 

Mit ihrem neuen Stück «Vor der Sintflut» haben die Brüder Presnjakow nun alles Originär-Russische abgelegt und somit die reale Entwicklung sowohl nachvollzogen als auch vorweggenommen. Ihr Stück spielt in einem imaginären europäischen Staat, der Euro ist die Währung, die Charaktere stammen aus der bürgerlichen Mittelschicht, von Osteuropa spricht man wie von einem armen Nachbarn oder ...

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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 169
von Jörg Bochow

Vergriffen
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