Die Mutter aller freien Spielstätten
Bis vor kurzem residierte sie noch in einem großen, etwas schummrig beleuchteten Raum, der mit seinen langen Arbeitstischen fast einem Großraumbüro glich. Obwohl auf Grund der Gesamtmorbidezza des Gebäudes wahrscheinlich niemand auf die Idee gekommen wäre, es je so zu nennen.
Unterstrich doch die Arbeitssituation eher den Familiencharakter des Unternehmens Sophiensaele, dem Amelie Deuflhard in den vergangenen sieben Jahren als künstlerische Leiterin vorgestanden hat – seit die Mitbegründer und Immernochgesellschafter Jochen Sandig und Sasha Waltz Berlins berühmte freie Spielstätte im Jahr 2000 Richtung Schaubühne verlassen hatten.
Aus der kuschelig-maroden Immobilie in Berlins neuer Mitte hatte Deuflhard ein umtriebiges Kulturhaus gemacht, von hier aus immer wieder neue Stadträume erobert und bespielt – und sogar die Festung «Palast der Republik» genommen und (zusammen mit dem HAU) für zwei Sommer noch einmal als «Volkspalast» reanimiert. Danach konnte eigentlich nicht mehr viel kommen, und so traf es sich gut, dass für die etwas welk gewordene Mutter aller freien Spielstätten in Deutschland, der Hamburger Kampnagelfabrik, eine neue Leitung gesucht wurde. Und die Sophiensaele mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
So sieht also der Himmel aus, jedenfalls der von Psychiater Königsforst, 57, aus Wolfen: Kurz nachdem der doppelte Selbstmordversuch mit Gattin Helga kläglich gescheitert ist, ergreift den Mann ein völlig neues Körpergefühl. Peter Kurth wischt sich den erbrochenen Pillenbrei von der Brille, pumpt die Lungen voll Morgenluft, reißt den mittelbraunen Anzug vom Leib,...
Sozialstudie, Milieu, Psychogramm. Dazu bestes Schauer- und Schockermaterial und am Schluss eine zünftige Läuterung mit Moralbotschaft. Was hätte das für ein «Tatort» werden können! Im Zeichen des Fadenkreuzes wäre, so lässt sich mutmaßen, die Sache gut ausgegangen. Warum aber musste Albert Ostermaier ein Theaterstück aus dem Stoff machen? «Schwarze Minuten» heißt...
Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. Nach zehn Jahren haben wir das Erscheinungsbild von «Theater heute» gründlich überarbeitet. Das abbildungsfreundliche Heftformat, deutlich breiter als die üblichen DIN-Formate, wird im Layout wieder aufgenommen, die Schrift läuft lesbarer, drohende Bleiwüsten werden systematisch bewässert. Da die klassische...
